130 000 anhängige Asbestklagen sollen beigelegt werden
ABB erwartet bald Entscheidung im Asbest-Vergleichsverfahren

Der Elektrotechnikkonzern ABB rechnet in Kürze mit einer Entscheidung im Asbest-Vergleichsverfahren. Mit dem Vergleich sollen rund 130 000 anhängige Asbestklagen beigelegt werden. ABB ist bereit, im Zuge des Vergleichs insgesamt 1,2 Milliarden Dollar zu zahlen.

HB NEW YORK. Am Donnerstag hatten die beiden Seiten ihre Argumente vor einem Berufungsgericht in Philadelphia präsentiert, wie ein Anwalt für ABB erklärte. Bei ABB hiess es: „Die Anhörung ging sehr gut und wir bleiben zuversichtlich, eine positive Bestätigung unseres Plans zu erhalten. Wir erwarten bald einen Entscheid“, so ABB.

„Es waren nur mündliche Erörterungen und das Gericht berät nun die Sache, wie es das normalerweise tut“, sagte ABB-Rechtsberater David Bernick von der Kanzlei Kirkland & Ellis. Das Gericht habe nicht aus dem Stand einen Entscheid gefällt. Die Parteien müssten nun den abschliessenden Entscheid abwarten. Das Gericht setzte kein Datum für den Entscheid fest, dürfte dies aber bald tun, so Bernick weiter. Die Anhörung war bereits mehrmals verschoben worden.

Nachdem der Versicherer Travelers seine Einwände gegen den Vergleich kürzlich zurückgezogen hatte, blieben zuletzt nur noch zwei Einsprüche offen. Der eine geht von rund 270 Asbest-Klägern aus, der andere von einer Gruppe von Versicherungen. Eine überwiegende Mehrheit der Kläger hatte dem Plan zugestimmt. Der Vergleichsplan hat bereits zwei vorgelagerte Gerichtsinstanzen erfolgreich durchlaufen.

Nach früheren Angaben geht ABB nicht davon aus, dass der Fall noch eine weitere Instanz zu durchlaufen hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Fall vom Obersten Gericht der Vereinigten Staaten - das wäre die nächste und auch letzte Instanz - aufgenommen werde, ist laut Einschätzung von ABB gering.

Für ABB ist das Abestproblem nach einer erfolgreichen Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr sowie angesichts der weltweiten Konjunkturerholung etwas in den Hintergrund getreten. Der ehemalige schwedisch-schweizerische Vorzeige-Konzern hatte angesichts eines defizitären Geschäfts, der hohen Verschuldung und dem ungelösten Asbest-Problem vorübergehend am Abgrund gestanden.

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