15 strategische Projekte
Deutsch-russische Gaspipeline in der Ostsee geplant

Russland und Deutschland wollen gemeinsam eine Erdgas-Pipeline durch die Nordsee bauen. Diese und andere milliardenschwere Investitionsprojekte sollen die wirtschaftliche Zusammenarbeit vertiefen.

HB BERLIN. Die russische Gasprom sowie die Energiekonzerne Ruhrgas und Wintershall wollen bei den 6. deutsch-russischen Regierungsgesprächen in der kommenden Woche in Jekaterinburg eine Absichtserklärung über die Pipeline unterzeichnen. Das verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Die nordeuropäische Gas-Leitung ist das wichtigste von insgesamt 15 strategischen Projekten, die bei den Konsultationen angeschoben werden sollen.

An den Regierungsgesprächen am Mittwoch und Donnerstag nehmen Bundeskanzler Gerhard Schröder, der russische Präsident Wladimir Putin sowie ihre wichtigsten Minister und ranghohe Wirtschaftsvertreter teil.

An die geplante Ostsee-Pipeline könnten auch Länder wie Großbritannien und die Niederlande angeschlossen werden, hieß es in Berlin. Einzelheiten zu den Kosten und zeitliche Vorgaben wurden zunächst nicht bekannt. Gleichzeitig verfolgt Berlin nach Regierungsangaben zusammen mit Russland und der Ukraine auch ein Pipeline-Projekt auf dem Landweg weiter. Wegen Streitigkeiten zwischen Russland und der Ukraine kam das Dreier-Konsortium bislang aber nicht zu Stande. In der Ural-Stadt Jekaterinburg wollen außerdem die Deutsche Bahn und die Russische Eisenbahn ein Gemeinschaftsprojekt vereinbaren.

Eon plant ein Kraftwerksprojekt

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon plant, für ein Kraftwerks- Projekt ein Konsortium mit einem russischen Partner zu gründen, sagte der Eon-Repräsentant in Russland, Semjon Gerschowitsch. Zuvor hatte bereits der Eon-Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat laut Presseberichten ein Russland-Engagement in Aussicht gestellt. Nach Angaben aus Berlin soll das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 500 Millionen Euro unterschriftsreif sein. Allerdings zählen nach Moskauer Angaben auch Konzerne aus Italien und Finnland zu den potenziellen Bietern für das Kraftwerk, das mehrheitlich dem staatlichen Strommonopolisten RAO EES gehört.

Geplant sind außerdem Abkommen zur Verschrottung russischer Atom- U-Boote und Vernichtung chemischer Waffen. Ferner wird ein Transit- Abkommen für das deutsche Kontingent der internationalen Afghanistan- Schutztruppe (ISAF) unterzeichnet. Damit erlaubt Russland erstmals einem Nato-Mitglied militärische Transporte auf russischem Territorium. Berlin und Moskau wollen außerdem den Jugendaustausch intensivieren und die Visa-Regeln erleichtern.

In Berlin wurde der derzeitige wirtschaftliche Erfolgskurs Russlands ausdrücklich gelobt. Russland spiele angesichts seiner guten Haushaltslage und des ungebrochenen Wirtschaftswachstums eine „gute Rolle als Schuldner“.

Schröder kehrt am Dienstag von einer mehrtägigen Nahost-Reise zurück und fliegt am Mittwoch weiter nach Jekaterinburg. Dorthin begleiten ihn unter anderem die Vorstandchefs der Deutschen Bank, der Lufthansa, von Ruhrgas und E.ON. Der Schwerpunkt der Konsultationen liegt auf der Energiepolitik. Themen sind aber auch der Irak, Afghanistan und die Beziehungen zwischen Russland und der EU.

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