18,53-prozentige Beteiligung
Porsche ist bei VW am Ziel

Porsche hat sich knapp 19 Prozent der Stammaktien von Volkswagen gesichert. Damit ist der Sportwagenbauer nun der größte Aktionär von Europas größtem Autobauer. Vielleicht sichert sich Porsche auch noch ein paar Prozente mehr.

HB HAMBURG. Über die bereits erworbenen 10,26 Prozent hinaus habe sich Porsche inzwischen weitere 8,27 Prozent der VW-Stammaktien gesichert, teilte der Sportwagenbauer am Freitag in Stuttgart mit. Nach Vollzug der Transaktion werde Porsche noch im Oktober mit 18,53 Prozent am VW-Stammkapital beteiligt und damit größter VW-Aktionär sein. Porsche strebe entsprechend der Anteilshöhe eine Vertretung im Aufsichtsrat an. Das Land Niedersachsen als mit 18,2 Prozent bislang größter VW-Aktionär verfügt über zwei Aufsichtsratsmandate.

Darüber hinaus hat sich Porsche den Angaben zufolge gegen einen steigenden Kurs der VW-Stammaktie abgesichert und kann weitere 3,4 Prozent über den Markt erwerben. Die Beteiligung werde jedoch nicht die Schwelle erreichen, ab der ein öffentliches Übernahmeangebot fällig wird. Der Kauf des Pakets sei sehr wahrscheinlich, aber nicht endgültig sicher, sagte ein Sprecher des Sportwagenherstellers. Bis wann eine Entscheidung getroffen wird, wollte er nicht sagen

Das Bundeskartellamt habe inzwischen grünes Licht für die Beteiligung gegeben, teilte Porsche weiter mit. Dort hatte der Sportwagenbauer eine VW-Beteiligung von 19 Prozent angemeldet. Bei Bekanntgabe der Einstiegspläne vor anderthalb Wochen hatte Porsche noch von 20 Prozent gesprochen. Das sei auch weiterhin das Ziel, hatte ein Sprecher Anfang der Woche gesagt.

Der Aufsichtsrat von Volkswagen will am Montag in einer außerordentlichen Sitzung über den Porsche-Einstieg beraten. Es wird erwartet, dass sich das Kontrollgremium dann auch mit der künftigen Zusammensetzung des Aufsichtsrats befassen wird. Dabei dürfte auch die Rolle von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech zur Sprache kommen. Der frühere VW-Chef soll den Einstieg des Sportwagenherstellers bei dem Wolfsburger Autobauer eingefädelt haben. Niedersachsen befürchtet Medienberichten zufolge einen Interessenkonflikt von Piech, da dieser zugleich im Aufsichtsrat von Porsche sitzt und als Miteigner einer mächtigen VW-Vertriebsfirma auch wichtiger Geschäftspartner des VW-Konzerns ist.

Die VW-Aktie notierte im Verlauf in einem stabilen Umfeld mit 49,60 Euro ein Prozent im Minus. Die Porsche-Vorzugsaktie lag bei 619,80 Euro 0,4 Prozent im Plus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%