1 000 Arbeitsplätze in Gefahr
Markenstreit könnte Ende von Agfa bedeuten

Nach den geplatzten Übernahmeverhandlungen wird eine Zerschlagung des traditionsreichen Fotokonzerns Agfa Photo immer wahrscheinlicher.

HB KÖLN. „Der Fortbestand ist gefährdet“, sagte Agfa-Photo-Geschäftsführer Hans-Gerd Jauch am Dienstag beim Gläubigertreffen im Kölner Amtsgericht. Der Betriebsratsratsvorsitzende Bernhard Dykstra legte am Mittwochmorgen in Leverkusen nach: Wenn es nicht bis zum Ende der Woche eine Einigung über die Nutzungsrechte der Traditionsmarke gebe, werde die Agfa Photo mit derzeit noch 1 100 Arbeitsplätzen schließen.

Weder von der ehemaligen Mutter Agfa-Gevaert noch von möglichen Investoren seien in den kommenden Tagen die benötigten Finanzmittel zu erwarten, sagte Jauch. Damit sind auch die restlichen 1 000 der ursprünglich 1 800 Arbeitsplätze in Gefahr.

Weil bis zuletzt keine Klarheit über die Nutzung der Marke „Agfa“ erzielt werden konnte, stehen nun überraschend sowohl der Finanzinvestor Cerberus als auch die britische Fotoautomatenfirma Photo Me nicht mehr für eine Übernahme von Agfa Photo zur Verfügung. Stein des Anstoßes: Nicht die insolvente Agfa Photo GmbH hält die Markenrechte, sondern die Kölner Agfa Photo Holding. Die nicht von der Insolvenz betroffene Dachgesellschaft untersteht dem Finanzinvestor Hartmut Emans, der im Oktober 2004 über die Nanno Beteiligungsgesellschaft Agfa-Gevaerts Fotosparte für zwei Mill. Euro erworben hatte.

Sein Investment, das mit der Pleite der operativen Tochtergesellschaft Agfa Photo GmbH bereits zum Teil gescheitert ist, soll sich für Emans nun doch noch lohnen: Von Kaufinteressenten wie Photo Me verlangte er eine Marken-Nutzungsgebühr von 2,5 Prozent des Umsatzes – für die Briten der wichtigste Grund, aus dem Geschäft auszusteigen.

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