1 800 Mitarbeiter allein in Deutschland betroffen
Agfa Photo vor dem Aus

Die Agfa-Photo GmbH in Leverkusen steht vor dem Aus. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet, bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber Handelsblatt.com. Die Gesellschaft sei zahlungsunfähig. Betroffen sind rund 1 900 Mitarbeiter in Deutschland.

DÜSSELDORF/LEVERKUSEN. Das Amtsgericht Köln hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet. Der Kölner Anwalt Andreas Ringstmeier ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Er muss nun prüfen, ob Agfa noch eine Chance hat zu überleben. Ringsmeier hat gerade die Sanierung des insolventen Gastronomiezulieferers Rungis Express weitgehend abgeschlossen.

Von der Insolvenz sei der Betriebsrat völlig überrascht worden, sagte dessen Vorsitzender Bernhard Dykstra dem WDR. Er werde die Leverkusener Agfa-Photo-Mitarbeiter an diesem Freitag über die Zahlungsunfähigkeit unterrichten.

Die traditionsreiche Fotosparte war erst im vergangenen November aus dem belgischen Agfa-Gevaert-Konzern ausgegliedert und als eigenständige GmbH für 175,5 Mill. Euro an eine Gruppe von Finanzinvestoren und das Management verkauft worden. Die neue Unternehmensgruppe übernahm alle Aktivitäten des Arbeitsgebietes Consumer Imaging der Agfa-Gevaert-Gruppe. Damals hatte sie 2870 Mitarbeiter weltweit; heute sind es noch 2400. Rund 800 Menschen arbeiten am Stammsitz in Leverkusen. Weitere Niederlassungen sind in München, Vaihingen, Windhagen und Peiting in Bayern.

Hauptgesellschafter ist mit 55 Prozent die Nanno Beteiligungsholding mit Sitz in München. Daneben übernahm das Management 25 Prozent, jeweils 10 Prozent halten die beiden Private-Equity-Gesellschaften Abrams Capital und Highfields Capital aus Boston. Zum Start des neuen Unternehmens im November betrug das Umlaufvermögen 550 Mill. Euro; bei einem Eigenkapital von 300 Mill. Euro lag die Eigenkapitalquote bei über 40 Prozent. Die Pensionsverpflichtungen blieben beim Agfa-Gevaert-Konzern. Für die Filmprodukte wurde das Agfa-Markenzeichen gesichert.

Agfa-Gevaert teilte mit, die Insolvenzanmeldung werde sich auf die ehemalige Muttergesellschaft wohl nicht wesentlich auswirken. Allerdings hatte der Konzern die Übernahme nach eigenen Angaben durch einen besicherten Kredit vorfinanziert. Agfa-Gevaert unterstützt Agfa Photo vereinbarungsgemäß noch bis Ende dieses Jahres im Vertrieb, der Auftragsbearbeitung und im Service. Agfa-Gevaert werde mit dem Insolvenzverwalter zusammenarbeiten, sobald dieser bestellt sei.

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