2,78 Milliarden Franken Reingewinn
Nestlé rechnet mit positivem Trend

Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé sieht sich trotz der weltweiten Konjunkturflaute auf Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr 2003 ging der Gewinn zwar auf 2,72 Mrd. sfr von 5,656 Mrd. sfr im vergleichbaren Vorjahreszeitraum zurück. Bereinigt um hohe ausserordentliche Einnahmen im Vorjahr verbesserte sich das Resultat jedoch um 4,9 % zu, wie Nestlé am Mittwoch mitteilte. Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern eine Erholung der Märkte.

Reuters ZÜRICH. Der von einem starken Franken geprägten Währungsentwicklung konnte sich Nestlé nicht entziehen. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr vor allem belastet vom starken Franken zum Dollar sowie durch die Auswirkungen der Lungenkrankheit SARS in Nestlés Wachstumsmarkt China um 6,3 % auf 41,4 Mrd. sfr. In konstanten Wechselkursen legten die Verkäufe dagegen um 6,3 % zu. Wachstumstreiber sind Nestlés Wassermarken, zu den Perrier und Vittel gehören. Aber auch löslicher Kaffee und gekühlte Nahrungsmittel verzeichneten ein Plus.

„Nestlé beweist, dass sie selbst in einem sehr herausforderungsreichen Umfeld und mit einem weiterhin starken Schweizer Franken in der Lage ist zu wachsen“, wurde Konzernchef Peter Brabeck in der Pressemitteilung zitiert. Dabei misst sich das Unternehmen am organischen Wachstum, das Preiseffekte einschliesst, aber Währungsschwankungen sowie Akquisitionseffekte ausklammert. Bei dieser Kennziffer liegt der Konzern im Halbjahr bei 5,5 % und erreichte damit das selbst gesteckte Ziel eines organischen Wachstums zwischen fünf und sechs Prozent für das Gesamtjahr.

Dabei spielen höhere Preise für die Nestlé-Produkte eine wesentliche Rolle: Im Semester trug dies mit 3,4 % zum organischen Wachstum bei. Das interne Realwachstum (RIG) - die vorherige Richtgrösse des Konzerns - lag bei 2,1 %.

Die Priorität liegt für Nestlé für den Rest des Jahres auf der Verbesserung der Ebita-Marge, wie Konzernchef Peter Brabeck der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Auch diese Kenngrösse solle vor allem durch eine Anhebung der Preise für die eigenen Produkte steigen. In den ersten sechs Monaten belief sich die Ebita-Marge auf 12,2 % mit einer verbesserten Leistung in allen geografischen Regionen sowie bei Nestlé Waters.

Für das Gesamtjahr 2003 rechnet Brabeck unter der Annahme mit einem höheren Reingewinn und Umsatz. „Bei konstanten Wechselkursen, wie ich gesagt habe, ganz sicher“, so Brabeck auf eine entsprechende Frage von Reuters. Auf den Märkten in den USA und in Asien rechne er mit einer Erholung im weiteren Jahresverlauf. Nestlés Kostensparprogramme wie „Globe“ seien „absolut auf Kurs“, sagte Brabeck. „Globe“ soll im laufenden Jahr erste Früchte tragen und ab 2006 jährlich Einsparungen in Höhe von 3 Mrd. sfr bringen.

Unter den Analysten fiel die Reaktion zunächst unterschiedlich aus. Einige zeigten sich enttäuscht von dem niedriger als erwarteten RIG-Wert. Andere verwiesen auf den positiven Ausblick. Die Börse reagierte eindeutig positiv: Die Nestlé-Titel legten bis gegen Mittag in einem behaupteten Gesamtmarkt um 2,2 % auf 294 sfr zu.

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