20-Prozent-Beteiligung geplant
Porsche will bei VW einsteigen

Porsche will bei Europas größtem Autohersteller Volkswagen einsteigen. Die Stuttgarter streben eine rund 20-prozentige Beteiligung an, womit sie größter VW-Aktionär würden. Damit will die hochprofitable Sportwagenschmiede den Partner langfristig vor einer feindlichen Übernahme schützen.

HB HAMBURG. Als Grund für den unerwarteten Schachzug, der die Stuttgarter nach derzeitigem VW-Aktienkurs rund drei Mrd. € kosten würde, nannte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auch die Stellung, die VW für Porsche als Entwicklungspartner und Lieferant habe. „Wir wollen durch dieses Engagement sowohl die Geschäftsbeziehungen zu VW als auch einen wesentlichen Teil unserer Zukunftsplanungen langfristig absichern“, erklärte Wiedeking am Sonntag.

Porsche erwarte die Aufhebung des VW-Gesetzes nach einem entsprechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofes und sehe damit die Gefahr einer feindlichen Übernahme durch Dritte. „Unser geplantes Investment ist die strategische Antwort auf dieses Risiko“, erläuterte Wiedeking. VW-Chef Bernd Pischetsrieder begrüßte die Porsche-Pläne. Eine stabile Aktionärsstruktur sei wichtig für das langfristige Automobilgeschäft, ließ er mitteilen. Ein strategischer Einstieg von Porsche stärke die Zusammenarbeit beider Konzerne.

Das Land Niedersachsen als bislang größter VW-Aktionär sieht den Vorstoß auch positiv. Niedersachsen stehe weiter zu seinem Engagement bei VW, teilte die Staatskanzlei mit. Das Land hält 18,2 %. Das VW-Gesetz räumt dem staatlichen Großaktionär eine besondere Stellung bei dem Wolfsburger Konzern ein. Das Gesetz von Anfang der 60er Jahre legt fest, dass kein Aktionär mehr als 20 % der Stimmrechte ausüben kann. Weitere Großaktionäre sind die Investmentgesellschaft Brandes Investment Partners (10,7 %) und Investor Capital Group Companies (gut fünf Prozent).

Porsche hat nach Angaben eines Konzernsprechers noch nicht die meldepflichtige Schwelle von fünf Prozent des Aktienkapitals an VW überschritten. Porsche wies zudem darauf hin, dass die Beteiligung in keinem Fall ein Niveau erreichen werde, das zu einem öffentlichen Übernahmeangebot zwinge - dies wäre ab 30 % der Fall. Über die Gestaltung der Beteiligung werde mit dem VW-Vorstand gesprochen. Dazu gehöre die Möglichkeit, die von VW am eigenen Stammkapital gehaltenen 13 % zu übernehmen, erläuterte der Porsche-Sprecher. Darüber hatte bereits das Golf-Emirat Abu Dhabi Großaktionär von VW werden wollen, sich über den Preis aber nicht mit VW einigen können. VW und Abu Dhabi sind über den niederländischen Flottenmanagement-Spezialisten LeasePlan verbunden.

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