200 Millionen Euro Kosten
Thyssen-Krupp schließt US-Autoteilewerk

Im Zuge der Sanierung seiner Autozuliefer-Sparte will der Thyssen-Krupp-Konzern sein Werk in der amerikanischen Auto-Metropole Detroit schließen.

HB DüSSELDORF. Konzern-Finanzvorstand Stefan Kirsten sagte am Montag, die Produktion solle nach Shelbyville im US-Bundesstaat Kentucky verlagert werden. In dem Werk in Detroit mit knapp 300 Mitarbeitern stellt Thyssen-Krupp unter anderem Stoßstangen und Autotüren her. Kirsten schloss nicht aus, dass der Konzern seine Produktion in weiteren Werken der Region einstellt, das ganze Autozuliefer-Geschäft stehe jedoch nicht zur Disposition.

Die Schließung werde die Ergebnisse im dritten und vierten Quartal mit insgesamt 70 Mill. Euro belasten. Im gesamten Geschäftsjahr 2005/06 werde Thyssen-Krupp für die Sanierung der Sparte rund 200 Mill. Euro aufwenden, sagte Kirsten in einer Analystenkonferenz.

Die Sanierung des Bereichs sei schwieriger als angenommen, sagte der Finanzchef in der im Internet übertragenen Konferenz. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Thyssen-Krupp könne sich von seinen Autozuliefergeschäft ganz trennen. „Ich kann eine völlige Schließung der Autosparte absolut ausschließen“, sagte Kirsten. Die Thyssen-Krupp-Aktie verlor nach den Äußerungen deutlich und notierte am Nachmittag knapp sechs Prozent im Minus bei 27,36 Euro.

Nach Angaben des Konzerns soll die Produktion bis Ende des Jahres von Detroit nach Shelbyville verlagert werden. Das Ziel sei, die Lage dort und im kanadischen Werk Kitchener nachhaltig zu verbessern, sagte Kirsten.

Die schwache Autokonjunktur in den USA macht Thyssen-Krupp seit längerem zu schaffen. In zweiten Quartal des Geschäftsjahres schrieb die Automotive-Sparte einen Verlust vor Steuern von zehn (Vorjahr: plus 67) Mill. Euro. Darin war eine Sonderabschreibung auf das Karosseriewerk in Kitchener von 49 Mill. Euro enthalten.

In der Autosparte arbeiten 42 000 der 184 000 Mitarbeiter von Thyssen-Krupp. Der Umsatz des Bereichs war im vergangenen Jahr leicht auf 7,6 Mrd. Euro gestiegen, der Gewinn vor Steuern und Anteilen Dritter auf 49 (Vorjahr: 260) Mill. Euro gefallen.

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