2000 Bestellungen
Drupa füllt Heideldruck die Orderbücher

Seit Jahren schreibt der Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck Verluste. Die Leitmesse Drupa schürt die Hoffnung auf künftig besser laufende Geschäfte. Denn die Orderbücher haben sich dort tüchtig gefüllt.
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Heidelberg/StuttgartDer angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat auf der Welt-Leitmesse Drupa knapp 2000 Bestellungen aus mehr als 80 Ländern erhalten. „Damit erreicht das Auftragsvolumen der Messe in etwa die Hälfte der Jahresproduktion an Druckwerken des vergangenen Geschäftsjahres“, teilte Vorstandschef Bernhard Schreier am Mittwoch mit. "Die Drupa hat unsere Erwartungen übererfüllt." Der Auftragseingang in den Messetagen signalisiere, dass das Vertrauen in der Branche wieder zunehme.

"Wir werden beim Auftragseingang einen fantastischen Start im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 sehen", sagte Schreier. Der Ordereingang werde im Auftaktquartal des seit April laufenden Geschäftsjahres "wesentlich höher" liegen als im Schlussquartal des abgelaufenen Jahres, in dem Aufträge über 570 Millionen Euro hereinkamen. Seit Beginn der Messe Anfang Mai sei die Kurzarbeit beendet, sagte Schreier. Heideldruck, das erst Ende März den Abbau von 2000 Arbeitsplätzen bis Mitte 2014 angekündigt hatte, kämpft seit Jahren gegen die Branchenkrise an.

In vielen Ländern löse sich der Investitionsstau, der der gesamten Branche in den vergangenen Jahren zugesetzt hat, weiter auf, etwa in den USA und Japan. "Die Nachfrage in den USA kommt zurück", sagte der Vorstandschef. Angesichts der unsicheren Wirtschaftsaussichten und der schwierigen Finanzierung seien jedoch die Märkte in Südeuropa in schwacher Verfassung. Dort verzeichne HeidelDruck nur "punktuelle Investitionen".

Bei den derzeit festgefahrenen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie hofft Schreier auf einen zügigen Kompromiss und einen "moderaten Abschluss". Im laufenden Fünfjahresplan des weltgrößten Bogendruckmaschinen-Herstellers sind nach seinen Worten jährliche Zuwächse der Lohnsumme in Höhe von drei Prozent berücksichtigt. Die IG Metall verlangt von den Arbeitgebern eine Lohnerhöhung um 6,5 Prozent.

Auch der Wettbewerber Koenig&Bauer berichtete von guten Geschäften auf der Messe. Der gebuchte Auftragswert liege deutlich über den Erwartungen. "Eine seriöse Bilanz der Drupa 2012 können wir und die anderen Aussteller aber erst in einigen Wochen oder Monaten vorlegen, wenn die Anzahlungen unserer Kunden im Haus sind", sagte Koenig&Bauer-Chef Claus Bolza-Schünemann am Mittwoch.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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