2003 Gewinnsprung erwartet
Daimler mit Nutzfahrzeugen auf gutem Weg

Daimler-Chrysler wird aufgrund der Sanierungserfolge bei der US-Tochter Freightliner und im Omnibus-Geschäft den Betriebsgewinn der Nutzfahrzeugsparte im laufenden Jahr deutlich steigern. „Treibende Kraft für dieses Plus sind die Restrukturierungsprogramme in allen Divisionen“, so der für die Nutzfahrzeugsparte verantwortliche Vorstand Eckhard Cordes.

HB AMSTERDAM. Der operative Gewinn werde in diesem Jahr deutlich höher ausfallen, sagte Cordes am Mittwochabend vor Beginn einer Nutzfahrzeugmesse in Amsterdam. Bei Freightliner verdiene der Konzern wieder Geld. Bis zuletzt hatte Cordes sich nur auf ein „höheres Ergebnis“ als die 2002 im operativen Geschäft erreichten 176 Mill. € festlegen wollen. Einschließlich der Kosten für die Sanierung hatte die Sparte im vergangenen Jahr noch rote Zahlen geschrieben. Für den Nutzfahrzeugmarkt in Europa bleibt Cordes gleichwohl skeptisch. Bereits im zweiten Quartal hatte die Nutzfahrzeugsparte von Daimler-Chrysler trotz niedrigerer Umsätze operativ 211 Mill. € Gewinn ausgewiesen und damit den Negativtrend gestoppt.

Besonders stolz sei er auf den Umschwung in den USA, sagte Cordes: „Freightliner steckte vor drei Jahren in ernsten Schwierigkeiten. Jetzt haben wir unsere Arbeit gemacht, Freightliner ist wieder in schwarzen Zahlen.“ Der US-Lkw-Bauer hatte tausende Stellen gestrichen. Freightliner-Chef Rainer Schmückle sagte, das Einsparziel von 700 Mill. Dollar werde in diesem Jahr um 100 Mill. übertroffen.

Auch der anziehende Lkw-Markt in den USA helfe Freightliner. Eine kräftige Erholung sei nach dem drei Jahren währenden Tief aber noch nicht in Sicht. „Wir glauben an ein deutliches Absatzwachstum im zweiten Halbjahr 2004 und 2005“, sagte Schmückle. In Westeuropa bleibt die Nachfrage nach Ansicht des weltgrößten Lkw-Herstellers aber noch schleppend. Nächstes Jahr sei noch keine Erholung zu erwarten, auch wenn der Bodensatz erreicht sei.

Trotz des schwierigen Umfelds zeigte sich Cordes ehrgeizig: „Ich bin nicht nur angetreten, um zu sanieren, ich will überdies sicher stellen, dass wir auch in punkto Ergebnis die eindeutige Nummer eins der Welt sind“, sagte er. Dabei setzt er weiter auf Synergieeffekte zwischen den einzelnen Lkw-Marken im Konzern. Die geplante Expansion nach Korea durch den Einstieg in das Nutzfahrzeug-Geschäft des Daimler-Chrysler-Partners Hyundai Motor stockt jedoch seit einem Jahr, nachdem Hyundai langwierige Verhandlungen mit den Gewerkschaften zu überstehen hatte. „Es gibt zu überwindende Probleme, die Zeit brauchen“, sagte Cordes. Er habe aber „endlose Geduld“.

Für die Entscheidung über eine Aufstockung des Anteils an Hyundai um weitere fünf auf gut 15 % will Daimler-Chrysler sich Zeit lassen. „Es gibt keinen Grund zur Eile... Wir haben andere strategische Dinge, um die wir uns kümmern müssen“, sagte Cordes. Hyundai hatte vor wenigen Tagen für einige Irritationen bei Daimler-Chrysler gesorgt: Die Koreaner pochten in China auf eine Exklusiv-Vereinbarung mit Beijing Automotive (BAIC) zum Bau von Pkw für den riesigen Markt. Sie forderten den Partner auf, von seinen eigenen Plänen zur Montage von Mercedes-Benz-Pkw bei BAIC Abstand zu nehmen. Cordes bezeichnete die Äußerungen als Missverständnis. „Wenn es so etwas wie einen Exklusiv-Vertrag gäbe, wäre das eine große Überraschung“, sagte er. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher ergänzte, die Gemeinschaftsfirma mit BAIC verletze keine bestehenden Verträge. „Wir haben unsere China-Pläne vorher mit allen unseren Partnern erörtert“, betonte er.

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