2004 erstmals Verlust geschrieben
Medizin-Spezialist Hartmann peilt schwarze Zahlen an

Der schwäbische Gesundheitsprodukte-Hersteller Paul Hartmann sieht erste Erfolge seines Konsolidierungskurses und will in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. In seinen Kernmärkten Wundbehandlung, Inkontinenzhygiene und Operations-Materialien verspricht sich das Unternehmen trotz scharfer Konkurrenz und Preisdrucks deutliche Zuwächse.

HB STUTTGART. „Trotz verschlechterter Rahmenbedingungen haben wir die Trendwende eingeleitet“, sagte der seit einem Jahr amtierende Hartmann-Vorstandschef Rinaldo Riguzzi am Dienstag in Stuttgart Bilanzpressekonferenz. Wegen der Konzentration auf das Kerngeschäft habe zwar der Umsatz nachgegeben, die Ertragskraft habe sich aber erhöht.

Nachdem im Jahr 2004 in der 185-jährigen Unternehmensgeschichte erstmals ein Verlust angefallen war, könne die Nettorendite in diesem Jahr wieder zwischen 2,5 und drei Prozent liegen, prognostizierte Riguzzi.

Im ersten Quartal 2005 sei der Umsatz mit 306,5 Millionen Euro weitgehend stabil geblieben, das Ergebnis mit 9,1 Millionen Euro deutlich positiv ausgefallen. „Bis Ende April haben wir die Vorjahresdividende schon verdient“, sagte der Vorstandschef. Aus den Rücklagen sollen die Aktionäre für 2004 eine unveränderte Dividende in Höhe von 2,95 Euro erhalten.

Hartmann hatte im vergangenen Jahr unter Riguzzis Führung einen Konsolidierungskurs eingeschlagen und einen Stellenabbau angekündigt. Vor allem das verbraucherorientierte Geschäft sei zu renditeschwach. Abschreibungen für Verlustbringer wie Damen- und Baby-Hygiene und Watteprodukte trugen zu dem Konzernverlust von 34,7 Millionen Euro bei. Der vor allem in Europa erzielte Umsatz sank vor allem wegen Änderungen bei der Kostenerstattung für Arzneimittel und neue Zuzahlungen für Hilfsmittel in Deutschland um fünf Prozent auf 1,245 Milliarden Euro.

Im Zuge der Neuausrichtung auf die rentablen Sparten wurde das auf Grund des Geburtenrückgangs wachstumsschwache Geschäft mit Baby-Windeln (“Fixies“) verkauft. Für Zuwächse soll stattdessen die umsatzstärkste Sparte Inkontinenzhygiene sorgen, für die Hartmann wegen der zunehmenden Alterung der Gesellschaft ein Marktwachstum um vier bis fünf Prozent pro Jahr erwartet wird.

Bei der für Naturheilprodukte bekannten Tochter Kneipp sollen Einsparungen und ein neuer Vertrieb die Verluste stoppen. „Wir können nicht über Jahre Verluste mittragen“, sagte Riguzzi. Im Gegensatz zu den Verkaufserfolgen von Kneipp in der Schweiz, den Benelux-Staaten und Japan sei das Deutschland-Geschäft noch schwach. „Aber Kneipp steht nicht zum Verkauf“, betonte der neue Hartmann-Chef.

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