2004 wurde operativer Gewinn gesteigert
Rheinmetall hebt Dividende an

Im vergangenen Jahr hat der Rüstungs- und Automobilzulieferer Rheinmetall den operativen Gewinn trotz eines deutlich verringerten Geschäftsvolumens deutlich gesteigert. Nun soll den Aktionären auch eine höhere Dividende gezahlt werden. Gleichzeitig kündigte das Düsseldorfer Unternehmen am Montag die Umwandlung seiner stimmrechtslosen Vorzugsaktien in Stammaktien an.

HB DÜSSELDORF. Die Aktionäre sollen eine um zehn Cent höhere Dividende erhalten und somit 74 Cent je Stammaktie und 80 Cent auf die Vorzüge bekommen. Beide Geschäftssparten hätten operativ zugelegt, begründete ein Unternehmenssprecher am Montag in Düsseldorf die Gewinnentwicklung. „Wir ernten jetzt die Früchte unseres Konzernumbaus“, sagte er. Rheinmetall hatte zuvor mitgeteilt, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei 2004 um 13 Mill. € auf 217 Mill. € gestiegen. Der Jahresüberschuss verbesserte sich auf 101 Mill. € von 68 Mill. €.

Im Zuge der 2000 eingeleiteten und inzwischen als abgeschlossen geltenden Neuausrichtung auf die zwei Säulen Rüstung und Autozulieferung hatte Rheinmetall ganze Sparten verkauft, beispielsweise den Maschinenbau-Konzern Jagenberg. 2004 habe der Konzern noch Beteiligungen abgegeben, die den Umsatz um rund 900 Mill. € auf 3,4 Mrd. € schmälerten, sagte der Konzernsprecher. Verkauft wurde unter anderem die Restbeteiligung am Elektronikkonzern Hirschmann. In der vorigen Woche hatte die Zuliefer-Tochter Kolbenschmidt Pierburg bereits über einen Gewinnsprung 2004 berichtet und ihn vor allem mit verbesserter Produktivität begründet.

Die Rheinmetall-Führung will außerdem die Vorzugsaktien abschaffen. Der Hauptversammlung werde am 10. Mai vorgeschlagen, die 18 Mill. Vorzugsaktien ohne Stimmrecht eins zu eins in Stammaktien umzuwandeln. Mit dem Schritt wolle Rheinmetall die Attraktivität der Atie erhöhen und außerdem ihr Gewicht im Nebenwertesegment MDax vergrößern, hieß es.

Die Rheinmetall-Aktien sind derzeit je zur Hälfte in Stamm- und Vorzugsaktien aufgeteilt. Nur die Vorzüge sind im MDax notiert. Mit der Vereinheitlichung auf Stammaktien verbessere sich die Stellung im MDax etwa auf die 30. Position, sagte der Rheinmetall-Sprecher.

Nach dem Rückzug der Industriellenfamilie Röchling Ende vorigen Jahres hat Rheinmetall keinen Großaktionär mehr. Der aus Stamm- und Vorzugsaktien bestehende Röchling-Anteil war an rund 75 institutionelle Investoren im In- und Ausland verkauft worden.

Angaben über den Start ins neue Geschäftsjahr wollte der Sprecher am Montag nicht machen. Hierüber werde detailliert auf der für Dienstag angesetzten Bilanzpressekonferenz gesprochen, sagte er.

Die Rheinmetall-Aktie wurde am Montagnachmittag bei 41,70 € um gut anderthalb Prozent höher gehandelt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%