2005 soll die Wende bringen
VA Tech mit Verlust in 2004

Sanierungskosten in dreistelliger Millionenhöhe haben dem Linzer Anlagenbauer VA Tech 2004 ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen.

dpa-afx/apa WIEN. Sanierungskosten in dreistelliger Millionenhöhe haben dem Linzer Anlagenbauer VA Tech 2004 ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen. Mit 67,8 Mill. Euro Konzernverlust wurden unterm Strich das dritte Jahr in Folge rote Zahlen geschrieben, nach einem Minus von 15,4 Mill. Euro 2003 und einem Fehlbetrag von 93 Mill. 2002. Eine Dividende entfällt erneut.

In diesem Jahr will der noch börsenotierte Konzern, den Siemens nach einem erfolgreichen Übernahmeangebot seit Februar praktisch in der Tasche hat, wieder in die Gewinnzone zurückkehren. VA Tech bekräftigte an diesem Donnerstag die bisherige Prognose eines Konzerngewinns von mehr als 66 Mill. Euro.

Mit einem gut gefüllten Auftragspolster im Rücken und der nun abgeschlossenen Sanierung der Trafo-Sparte T & D und der Wassertechnik Wabag, die im Vorjahr 104 Mill. Euro kostete, sieht Vorstandschef Klaus Sernetz die "Basis für eine erfolgreiche zukünfige Entwicklung des Unternehmens gegeben". Durch den Auftragsstand, der Ende 2004 mit 4,70 Mrd. Euro um neun Prozent höher lag, sind derzeit, wie Sernetz erneut betonte, bereits mehr als 70 Prozent des geplanten Umsatzes abgesichert. Der Auftragseingang kletterte 2004 um neun Prozent auf 4,63 Mrd. Euro.

In Summe sollte das Jahr 2005 für die VA Tech auch bei leichter Abschwächung gegenüber 2004 weiterhin ein günstiges Investitionsklima der Kapitalgüterindustrie bringen. Sowohl in der Eisen- und Stahlindustrie als auch in der Energiebranche und im Infrastruktur-Bereich würden die Indikatoren nach oben weisen. Nach einem Umsatzplus von sechs Prozent auf 4,07 Mrd. Euro im vergangenen Jahr rechnet Sernetz mit einem weiteren Anstieg beim Umsatz, wie aus den Unterlagen zur Bilanzpressekonferenz hervorgeht.

Nach endgültigen Zahlen drehte das Betriebsergebnis vor Firmenwertabschreibungen (Ebita) 2004 von plus 57,0 Mill. Euro auf minus 10,7 Mill. in die Verlustzone. Rechnet man die Einmaleffekte (100,5 Mill. Euro) weg, hat sich das Konzernergebnis von 14,3 auf 32,7 Mill. Euro verbessert. Ihre Nettoliquidität (mit Stand 2004) beziffert die VA Tech, die zuletzt weltweit knapp 17 000 Mitarbeiter beschäftigte, mit 252 (Vorjahr: 238) Mill. Euro.

Die diesjährige Bilanzpressekonferenz ist wohl die letzte der VA Tech in dieser Form. Wie bericht, hält Siemens 97,15 Prozent am größten österreichischen Technologiekonzern. Die EU-Kartellwächter sind nun in der Prüfungsphase. Siemens erwartet, dass der Deal ohne allzu große Probleme durchgewinkt wird und das Closing spätestens in der zweiten Juli-Hälfte erfolgen kann. Geplant ist, die VA Tech in den eigenen Konzern einzugliedern und von der Börse zu nehmen. Diese Schritte können aber erst dann eingeleitet werden, wenn die milliardenschwere Transaktion von den Wettbewerbshütern freigegeben wird.

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