2006 wird Rekordjahr
Stahlindustrie an Kapazitätsgrenze

2006 wird zu einem Rekordjahr für die deutsche Stahlindustrie. Das Wachstum fällt deutlich kräftiger aus, als noch vor wenigen Monaten erwartet. Und die deutsche Stahlindustrie rechnet im kommenden Jahr sogar mit einer Fortsetzung des Booms.

HB DÜSSELDORF. „Die Produktion wird 2007 genauso hoch bleiben wie im laufenden Jahr“, sagte der Präsident der Düsseldorfer Wirtschaftsvereinigung Stahl, Dieter Ameling, in einem dpa-Gespräch. In dem zu Ende gehenden Jahr habe die Rohstahlproduktion nach den nun vorliegenden Zahlen alle Prognosen übertroffen und mit einem Anstieg um sechs Prozent auf 47,3 Mill. Tonnen einen Höchststand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Der Branchenverband rechne daher für 2007 mit einer Produktion in der Größenordnung von rund 47 Mill. Tonnen. Derzeit arbeiteten die deutschen Stahlwerke mit einer Auslastung von „98 bis 99 Prozent“ bereits nahe an der Kapazitätsgrenze. „Es ist vielleicht noch so viel Luft, dass wir 48 oder 49 Mill. Tonnen produzieren können, aber dann würde es eng“, sagte Ameling.

Vor allem bei den großen Kunden der deutschen Produzenten wie etwa den Herstellern von Rohren, der Automobilindustrie, dem Maschinenbau aber auch bei den Bauunternehmen erwarte der Verband als Folge der guten Konjunktur einen kräftigen Anstieg der Stahlnachfrage. Bei den Rohstoffpreisen sei nach einem Höhenflug weitgehend mit einer Stabilisierung auf hohem Niveau zu rechnen. „Ich denke, dass die Rohstoffpreise 2007 weniger steigen werden als bisher“, sagte Ameling.

Weltweit werde 2007 mit einem Anstieg der Rohstahlerzeugung auf 1,32 Mrd. Tonnen gerechnet nach 1,245 Mrd. Tonnen im zu Ende gehenden Jahr, sagte Ameling. Ein weiteres Wachstum werde dabei nicht nur in China, sondern etwa auch in den GUS-Staaten erwartet. Dabei zählten Staaten wie Russland, die Ukraine oder Kasachstan schon heute mit Ausfuhren von mehr als 50 Mill. Tonnen zu den weltweit größten Stahl-Exporteuren.

Auch im kommenden Jahr sei mit einer Fortsetzung des weltweiten Konzentrationsprozesses in der Stahlindustrie zu rechnen. „Der Konzentrationsgrad in der Stahlindustrie ist im Vergleich zu anderen Branchen noch nicht sehr hoch“, sagte Ameling. Weltweit liege der deutsche Branchenführer ThyssenKrupp derzeit auf Rang zehn der größten Stahlhersteller. Unangefochtener Weltmarktführer ist mit großem Abstand Arcelor Mittal. Aber auch russische Unternehmen versuchten zunehmend, auf dem westeuropäischen Kontinent Fuß zu fassen. „Russland sucht weltweit nach Partnern“, sagte Ameling.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%