2008 am unteren Ende der Prognose
Fiat warnt vor düsterem 2009

Fiat hat sich für das laufende Geschäftsjahr pessimistischer als zuvor gezeigt und erwartet ein Ergebnis am unteren Rand der Erwartungen. Zudem warnte das Unternehmen vor einem sich verschlechternden Umfeld im Jahr 2009. Die Aktie ging dermaßen in Knie, dass sie zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt werden musste.

MAILAND. Trotz der guten Quartalszahlen trübt sich auch beim italienischen Automobilhersteller Fiat der Ausblick für die Zukunft. Das Management äußerte sich gestern besorgt über die Aus-wirkungen der weltweiten Finanzkrise in diesem und im kom-menden Jahr. "Wir erwarten, dass der Rest des Jahres entgegengesetzt zu unseren ursprünglichen Erwartungen mit einem geringeren Volumen in allen unseren Bereichen endet", teilte Fiat mit. Das Ziel für einen Gewinn in diesem Jahr zwischen von 3,4 Mrd. Euro bis 3,6 Mrd. Euro bestätigt das Unternehmen nur "am unteren Ende unserer angegebenen Spanne".

Für das kommende Jahr sehen die Aussichten noch schlechter aus. Fiat rechnet schlimmstenfalls damit, dass die Nachfrage weltweit um zehn bis 20 Prozent sinkt, was die Gewinne um bis zu 65 Prozent schmälern könnte. Das Unternehmen kündigte an, dem entgegenzusteuern, ohne jedoch Details zu nennen. Sollte der Markt Ende des kommenden Jahres wieder zur Normalität zurückkehren, hält an seinen Zielen für 2010 fest, die es sich vor zwei Jahren gesetzt hat. Angesichts der unsicheren Lage will das Management die Investoren künftig alle drei Monate über den jüngsten Stand der Dinge informieren.

Dieses Szenario hat auch die Investoren alarmiert: Der Kurs der Fiat-Aktie verlor gestern zwi-schenzeitlich mehr als sieben Prozent und wurde vom Handel ausgesetzt. Im dritten Quartal hat Fiat ein Nettoergebnis von 440 Mio Euro erwirtschaftet, das leicht über dem Vorjahr, aber unter den Erwartungen der Analysten lag. Der Umsatz kletterte um 3,2 Prozent auf 14,3 Mrd. Euro.

Dabei hat die amerikanische Land- und Baumaschinentochter CNH, die fast die fast ein Fünftel des Konzern-Umsatzes ausmacht, am meisten zu-gelegt. Vor allem dank der hohen Nachfrage aus der Landwirtschaft steigerte CNH den Umsatz um zehn Prozent auf 3,11 Mrd. Euro. Der Gewinn kletterte um mehr als ein Viertel auf 284 Mio. Euro und lag damit vor dem der Automobilsparte.

Das Ergebnis der Automobilsparte, welche die Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia, aber nicht Ferrari und Maserati umfasst, stieg um 2,7 Prozent auf 190 Mio. Euro, was über den Erwartungen der Analysten lag. Der Umsatz der Sparte stieg um knapp zwei Prozent auf 6,64 Mrd. Euro. Insgesamt hat die Autosparte jedoch fast fünf Prozent weniger Fahrzeuge verkauft.

Die Ergebnisse LKW-Sparte Iveco waren wenig erfreulich: Obwohl Iveco mit 8,4 Mrd. Euro 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr umsetzte, klet-terte der Gewinn nur um knapp zwei Prozent auf 651 Mio. Euro. "Die Ergebnisse des dritten Quartals sind dank Auto und CNH gut, was den Absatz und den Gewinn angeht", kommentieren die Analys-ten von Mediolanum das Ergebnis. Aber für die Zukunft sind sie weni-ger optimistisch.

Jens Schattner von Oppenheim spricht von einem "disaströsen Ausblick" in Hinblick auf die Warnungen für das kommende Jahr. Gregor Claussen von der Commerzbank interpretiert die Prog-nosen für das laufende Jahr als Gewinnwarnung: "Wir sehen dies als Gewinnwarnung und bestätigen unseren Rat, zu verkaufen", schreibt er.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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