2008: Baubranche erwartet stabile Entwicklung

2008
Baubranche erwartet stabile Entwicklung

Bundesregierung und Baubranche rechnen in diesem Jahr mit einer stabilen Entwicklung der Baukonjunktur. Das Bundesbauministerium geht von einem Plus der Bauinvestitionen von 1,5 bis 1,7 Prozent aus. Damit verstetige sich die positive Entwicklung des vergangenen Jahres – wenn auch auf einem etwas niedrigeren Niveau.

ESSEN. Dies teilte der parlamentarische Staatssekretär im Bauministerium Achim Großmann anlässlich der Eröffnung der größten Baumesse Deutschlands, der Deubau in Essen (8. bis 12. Januar), mit. 2007 hatte der Anstieg der Bauinvestitionen bei zwei Prozent gelegen.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes rechnet beim Umsatz in der Baubranche mit einer „schwarzen Null“. „Das wäre aber eine Stabilisierung des Aufschwungs von 2006 und 2007“, sagte Verbandschef Karl Robl auf der Deubau. 2007 betrug das Bauvolumen 82,5 Mrd. Euro. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, der auch die großen international tätigen Baukonzerne vertritt, legt erst am Donnerstag in Berlin seine Prognose vor. Doch wird eine Bestätigung der Aussagen erwartet.

Die Ertragsentwicklung der Bauunternehmen lasse aber nach wie vor Wünsche offen, sagte Robl. Steigerungen bei den Rohstoffpreisen und den Löhnen drücken auf das Ergebnis. „Die Margen sind sehr bescheiden und zum Teil im Keller“, sagte Robl. Sie reichten nicht aus, um zu investieren. Robl rechnet 2008 daher mit einem leichten Personalabbau um 7 000 auf 707 000 Arbeitsplätze. Die Marktentwicklung läuft in den verschiedenen Bausektoren unterschiedlich. Vor allem im Wohnungsbau müsse die Branche derzeit eine bittere Pille schlucken, meinte Robl. Er rechnet mit einem regelrechten Absacken des Wohnungsneubaus. Vorzieheffekte im Zusammenhang mit der Abschaffung der Eigenheimzulage und der Erhöhung der Mehrwertsteuer haben zu einem Einbruch der Baugenehmigungen geführt. Das 2008 erwartete Minus von 2,5 Mrd. Euro oder 9,5 Prozent könnte aber durch einen steigenden Umsatz im Wirtschaftsbau um 1,6 Mrd. Euro (plus 5 Prozent) und im öffentlichen Bau um 900 Mill. Euro (plus 3,5 Prozent) ausgeglichen werden, sagte Robl. Die deutschen Baufirmen haben zum Jahreswechsel einen Rückschlag erlitten, meldet hingegen das Forschungsinstitut NTC nach Auswertung seiner jüngsten Umfrage. Im Dezember verschlechterten sich die Geschäfte der 250 befragten Bauunternehmen den neunten Monat in Folge. Weil auch weniger Aufträge eingingen, wurden wieder Stellen abgebaut. „Dass die Geschäfte im Dezember erneut schrumpften, war vor allem auf die starken Einbußen in den Bereichen Wohnungs- und Tiefbau zurückzuführen“, berichtet NTC. Im Wirtschaftsbau habe es zwar erneut Wachstum gegeben, allerdings nur ein geringes. Wegen der rasant gestiegenen Ölpreise und der Verteuerung zahlreicher Rohstoffe blieb der Preisauftrieb in der Branche hoch. Robl bestätigte, dass sich die Entwicklung am Bau im Jahresverlauf 2007 abgeflacht habe. Nach einem guten Start mit reger Bautätigkeit während des ersten Quartals, die von günstigen Witterungsbedingungen und noch nicht abgeschlossenen Aufträgen aus dem Vorjahr begünstigt gewesen sei, habe die Dynamik spürbar nachgelassen. Dennoch seien die Bauinvestitionen im Gesamtjahr insgesamt um zwei Prozent gestiegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%