2009 wird zur Hängepartie
Preisverfall trifft Solarbranche

Die Solarfirmen müssen sich im kommenden Jahr auf empfindliche Einbußen beim Verkauf von Solarmodulen einstellen. "2009 und 2010 werden die Preise für Solarmodule mehr als zehn Prozent sinken", sagt Frank Asbeck, Vorstandschef der Solarworld AG, dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Verantwortlich für den Rückgang sind eine deutliche Erhöhung der weltweiten Kapazität sowie die von der Bundesregierung gewollte Abschmelzung der Einspeisevergütung für Solarstrom.

Trotz verbesserter Technologien wird der Konzern den Rückgang der Modulpreise nicht ausgleichen können und einen Abschlag bei der Marge hinnehmen müssen. Dieser werde bei jeweils rund zwei Prozent in den beiden Jahren liegen, sagt Asbeck, der kürzlich mit einem Übernahmeangebot für den Autobauer Opel für Aufregung gesorgt hatte. In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag die operative Marge (Ebit) bei 32 Prozent. Solarworld will nun seine Investitionen in Forschung und Entwicklung erhöhen, um die Produktionsabläufe und die Effizienz der Solaranlagen zu verbessern. "Wir verdoppeln den Etat für das kommende Jahr auf 40 Mio. Euro", sagt der Firmengründer. Das Bonner Unternehmen will damit seine Position als eines der größten Solarunternehmen festigen.

Diese Stellung wollen Asbeck viele Wettbewerber streitig machen: Mit dem Boom der Solarenergie haben die Anbieter ihre Kapazitäten erweitert, und neue Spieler sind in das Geschäft eingestiegen. Vor allem China und Japan machen Druck beim Aufbau einer eigenen Solarindustrie. Die weltweite Produktion von Solarmodulen wird sich nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft Photon Consulting daher im kommenden Jahr auf 14,7 Gigawatt (GW) mehr als verdoppeln. Ein GW entspricht der Leistung eines Kernkraftwerkes.

Die Investitionen in den Kapazitätsausbau wurden genährt von der Hoffnung auf einen ungebremsten Aufschwung: Doch von der Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe infolge der Finanzkrise wird die Industrie kalt erwischt. Der weltgrößte Solarzellen-Hersteller, die ostdeutsche Q-Cells AG, musste seine Prognose für 2009 daher zurücknehmen. Und auch das chinesische Solaruntenehmen Suntech senkte kürzlich mit dem Verweis auf eine Kreditklemme bei seinen Abnehmern die Prognose für das laufende Jahr. "Die Kunden wollen Module, aber es gibt Probleme mit den Banken", hatte Vorstandschef Zhengrong Shi kürzlich gesagt. Suntech, einer der größten Modulproduzenten, erwartet für das kommende Jahr nun ein Überangebot bei Solaranlagen. Dies sieht auch Karl-Heinz Remmers von der Beratungsfirma Solarpraxis: "Wir haben wieder einen Käufermarkt, nicht jedem Unternehmen werden die Module aus der Hand gerissen."

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