25 000 Fahrzeuge werden nicht gebaut
Nissan geht der Stahl aus

Japans zweitgrößter Autobauer Nissan Motor ist der Stahl ausgegangen. Das Unternehmen muss die Produktion in drei seiner vier japanischen Fabriken für fünf Tage anhalten. Von der Maßnahme seien drei der vier Standorte betroffen, teilte das zu 44 Prozent der französischen Renault gehörende Unternehmen mit.

HB/bas TOKIO. Dadurch werden 25 000 Autos weniger produziert werden, teilte Nissan mit. Das Unternehmen begründete den bisher beispiellosen Vorfall damit, dass die Produktion der im Herbst eingeführten neuen Modelle über Plan gelegen hätte und kurzfristig nicht mehr Stahl zu bekommen war. Die Bestellungen für die seit Anfang September lieferbaren Modelle wie Tiida und Fuga hätten die Prognosen des Unternehmens übertroffen, hieß es. Die Produktion soll im Januar nachgeholt werden. Einen Bericht, dass auch für Anfang kommenden Jahres Produktionseinschnitte wegen mangelnden Stahls geplant seien, dementierte Nissan.

Japans Branchenführer Toyota reagierte gleich: In der Tat sei die Versorgung mit Stahl angespannt. Über effizienteren Einkauf und Verbrauch will der zweitgrößte Autobauer der Welt jedoch Produktionsstopps vermeiden. Nissan hat unter anderem beim koreanischen Stahllieferanten Posco um Notlieferungen angefragt. Die beiden größten japanischen Stahlkonzerne Nippon Steel und JFE Steel, die beide Nissan beliefern, produzieren an der Kapazitätsgrenze. Nippon Steel erklärte, eine Ausweitung von Kapazitäten dauere mehrere Jahre. Im Zuge seines Sanierungsprogramms hatte Nissan-Chef Carlos Ghosn langfristige Lieferverträge mit anderen Stahlzulieferern gekündigt.

Autobauer in Europa sagten, sie sähen sich nicht von Lieferengpässen bedroht. Sie sind nach Ansicht von Analysten mit langfristigen Verträgen abgesichert. „Aus unserer Sicht legen es unternehmensspezifische und regionale Unterschiede nahe, dass der europäischen Autoindustrie kein ähnliches Ereignis droht“, sagte Albrecht Denninghoff von der HVB.Die Nachricht vom Produktionsstopp bei Nissan gab Stahlaktien dennoch kräftigen Auftrieb. Die enorme Nachfrage aus China lässt die Stahlpreise seit Monaten steigen, was auf die Gewinne der Autohersteller schlägt. Zudem weiten die japanischen Autobauer Toyota, Nissan und Honda ihre Produktion aus und brauchen so mehr Stahl. Zu Lieferengpässen war es bisher jedoch noch nicht gekommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%