30 Tage Zeit nach Vermittlungsverfahren
Fiat streitet mit GM um Verkaufsoption

Im Streit zwischen Fiat und General Motors (GM) um die Verkaufsoption auf Fiat Auto haben sich die Konzernlenker eingeschaltet. Sie ringen nun persönlich um eine Einigung.

HB MAILAND. Am Mittwoch lief ein einjähriges Abkommen beider Unternehmen ab, das rechtliche Schritte in dem Fall untersagte. Nachdem Verhandlungen hochrangiger Manager am Dienstag kein Ergebnis gebracht hatten, kündigten GM und Fiat ein Vermittlungsverfahren an. „Diese Prozedur, die auch den direkten Dialog zwischen den Vorstandsvorsitzenden beinhaltet, soll eine Lösung des Disputs herbeiführen, bevor die Konfliktparteien zu anderen Mitteln wie dem Rechtsstreit greifen“, erklärte Fiat.

Die Aktien des italienischen Unternehmens reagierten an der Mailänder Börse mit Abschlägen von 2,5 Prozent auf die ausgebliebene Einigung. Anleger befürchteten, dass sich die Gespräche nun endlos hinziehen könnten und der Ausgang ungewiss sei, sagten Händler.

In dem Disput geht es um eine vor vier Jahren vereinbarte Verkaufsoption auf die defizitäre Autosparte von Fiat. Damals hatte der US-Konzern 20 Prozent von Fiat Auto übernommen und Fiat diese so genannte Put-Option auf die übrigen Anteile eingeräumt. Fiat kann die Option der Vereinbarung zufolge ab dem 24. Januar 2005 ausüben. Seit einer Kapitalerhöhung bei Fiat besteht zwischen beiden Konzernen aber Uneinigkeit über die Gültigkeit des Abkommens. Dadurch hat sich die Beteiligung des weltgrößten Autoherstellers an Fiat Auto auf zehn Prozent verwässert. Während GM die Option damit nicht mehr für gültig hält, besteht Fiat weiter auf seinem Recht, die übrigen 90 Prozent zu verkaufen.

Sollte das Vermittlungsverfahren noch am Mittwoch offiziell beginnen, hätten beide Unternehmen ihrer Vereinbarung zufolge längstens 30 Arbeitstage Zeit, sich ohne Rechtsstreit zu einigen, also bis zum 26. Januar. Doch wann GM dieses Verfahren ausrufen werde, blieb zunächst unklar.

Fiat-Chef Sergio Marchionne beharrte noch in der vergangenen Woche auf der Gültigkeit der Vereinbarung. Aus seiner Sicht haben die Argumente von GM keine Grundlage. GM-Chef Rick Wagoner kann sich allerdings unter dem Dach seiner angeschlagenen europäischen Sparte kaum einen weiteren Verluste schreibenden Autohersteller leisten. Die GM-Europa-Sparte, zu der auch Opel gehört, schreibt seit 1999 Verluste und wird derzeit einem harten Sanierungskurs unterzogen. Fiat Auto wiederum versucht gerade, sich von der schwersten Krise seiner 105-jährigen Unternehmensgeschichte zu erholen, hat aber den angestrebten Zeitpunkt für eine Rückkehr in die Gewinnzone trotz neuer Modelle um ein Jahr auf 2006 verschoben.

Autoanalyst Adam Jonas von Morgan Stanley erwartet, dass der Streit letztlich doch vor Gerichten endet. „GM hat Zeit. Sie können vor Gericht ziehen und abwarten, was Fiat tut. Fiat hat dagegen nicht wirklich viel Zeit.“

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