30 000 Beschäftigte legen Arbeit vorübergehend nieder
Wolfsburger VW-Bänder stehen Stunden still

Der Tarifkonflikt bei Volkswagen spitzt sich zu. Tausende Beschäftigte haben am Mittwoch vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Parallel drohte VW-Personalvorstand Peter Hartz bereits mit einem dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen.

HB HAMBURG. Nach Betriebsratsangaben haben am Mittwoch im Stammwerk Wolfsburg über 30 000 Beschäftigte vorübergehend die Arbeit niedergelegt, um gegen den Sparkurs des Autobauers zu protestieren. Die Produktion im größten VW-Werk ruhte für zwei Stunden. Auf einer Kundgebung unterstrich Betriebsratschef Klaus Volkert die Kampffähigkeit der Belegschaft, signalisierte aber auch Einigungsbereitschaft: Ein „Konflikt auf des Messers Schneide“ nütze niemandem und schade allen.

Die Tarifverhandlungen für über 100 000 VW-Beschäftigte in sechs westdeutschen Werken sollen am Donnerstag in die fünfte Runde gehen. Das Management des in Ertragsschwierigkeiten geratenen Konzerns will einen Verzicht der Beschäftigten auf Einkommenserhöhungen für zwei Jahre aushandeln.

Der Autobauer Volkswagen steht damit vor wegweisenden Tagen. Im festgefahrenen Streit um drastische Kostensenkungen gelten die Chancen auf eine Einigung bei der fünften Verhandlungsrunde als gering - damit werden Warnstreiks immer wahrscheinlicher. Die IG Metall wirft dem Unternehmen ein „Tarifdiktat“ vor, das die Gewerkschaft nicht mitmachen werde.

Volkert sagte: „Wenn wir jetzt hier stehen, dann nicht, weil wir an das Wunder glauben, aus rückläufigen Erträgen Lohnzuwächse machen zu können.“ Wenn der Markt immer schwieriger, die Konkurrenz immer intensiver und der Preisdruck immer stärker werde, müsse die Sicherung der Arbeitsplätze Vorrang vor allen weiteren Überlegungen haben. Volkert verwies auf die dramatische Entwicklung bei der GM-Tochter Opel, bei der in Deutschland 10 000 Arbeitsplätze bedroht sind. Umso wichtiger sei es, Spielräume für die Zukunft zu schaffen: „Denn ein Unternehmen in dauerhaft roten Zahlen sichert auch keine Arbeitsplätze.“

Die Konzernführung warnte Volkert davor, mit der Forderung nach einem Ausstieg aus dem Haustarif die Kompromissbereitschaft überzustrapazieren. „So sehr wir zur Einsicht in die schwierige Situation bei Volkswagen bereit sind, so wenig nehmen wir hin, dass aus unserem Tarifvertrag eine Kapitulationsurkunde gemacht werden soll.“ Die Beschäftigten sollten auch künftig ihren Anteil an der Ertragsentwicklung erhalten.

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