36 Schrauben fehlten
Wartungspanne bei Airbus alarmiert auch Lufthansa

Nach einer Wartung in China fehlten an einem Airbus von Air France 36 Schrauben - der Defekt blieb tagelang unbemerkt. Das gibt auch der Lufthansa zu denken. Denn sie lässt ebenfalls Flugzeuge in China warten.
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Paris/PekingDrei Dutzend Schrauben haben Wartungsarbeiter bei der Grundüberholung eines Airbus-Jets in China vergessen - die Maschine der Fluggesellschaft Air France war dennoch tagelang im Einsatz. Der vierstrahlige Airbus A340 wurde nach Entdeckung des Mangels in Boston vorübergehend aus dem Verkehr gezogen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf einen internen Untersuchungsbericht der Airline.

Ein Air-France-Sprecher bestätigte heute entsprechende Gewerkschaftsinformationen. Er betonte aber, dass die Sicherheit der Passagiere nie in Gefahr gewesen sei.

Die Maschine war am 10. November aus China zurückgekommen, fünf Tage später löste sich das Teil während eines Fluges teilweise ab. Die Gewerkschaft des technischen Flugpersonals wies darauf hin, dass vor dem Airbus bereits eine Boeing 747-400 nach einer Revision im chinesischen Xiamen ebenfalls Probleme gehabt habe. Mehrere Wände waren damals mit einer brennbaren Farbe gestrichen worden. Die Maschine musste drei Wochen am Boden bleiben, damit der Schaden behoben werden konnte.

Den Angaben zufolge fehlten die Schrauben an der Außenverkleidung der rechten Tragfläche. Die Schrauben hätten einen Teil der Verkleidung zwischen dem rechten Flügel und dem Rumpf fixieren sollen. Bei einem Zwischenstopp in den USA bemerkte ein Mechaniker die Panne, die dann innerhalb weniger Stunden behoben wurde.

Ein Experte des europäischen Flugzeugbauers Airbus sagte: "Wenn ein Teil sich löst, gibt es immer ein Risiko, dass es einen wichtigen Bestandteil des Flugzeugs beschädigt."

Eine Air-France-Mitarbeiterin bestätigte den Vorfall von Anfang November, relativierte aber dessen Bedeutung. „Es war ein Teil der Verkleidung, die Sicherheit im Fluge war zu keiner Zeit gefährdet“, sagte Air-France-Managerin Anouk Faugères. Der Airbus sei einige Stunden am Boden eingehend untersucht worden und nach Befestigung der Verkleidung problemlos nach Paris geflogen. Das relativ leichte Teil habe weder zur tragenden Struktur gehört noch sei es Teil der Fahrgastzelle gewesen.

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Auch andere große Unternehmen lassen in China warten.

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  • Das mit den fehlenden Schrauben wird wohl falsch verstanden. Die Chinesen haben sich die Schrauben nur "geliehen" um die Legierungen des Materials zu prüfen, damit sie die Schrauben für ihre eigene Flugzeugindustrie nachbauen können. Ein Luftfahrtunternehmen, dass in Asien Warten lässt ist einfach nur dämlich und ergo selbst schuld für solche Vorkommnisse. Aber der Kunde zahlt immer die Zeche; auch und gerade wenn deshalb sein Flugzeug mit ihm verunglückt. Das nehmen die Airlines bewusst in Kauf!

  • Typisch Chinesen, können nur billig Schrott produzieren!

    Fällt mir doch glatt folgendes Zitat ein!

    "Qualität bleibt noch lange bestehen, nachdem der Preis vergessen ist."

  • Abgestuerzt und kein Schaden entstanden? Wie geht denn dies?

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