38 Milliarden Euro
Pharmariese Abbvie stockt Angebot für Shire auf

Satter Zuschlag: Der US-Pharmakonzern Abbvie hat sein Angebot für den britischen Konkurrenten Shire um elf Prozent erhöht. Er ist aus auf die Arzneien gegen seltene Krankheiten, die hohe Margen versprechen.
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LondonDer US-Pharmariese Abbvie erhöht seine Offerte für den britischen Rivalen Shire auf umgerechnet knapp 38 Milliarden Euro. Das am Dienstag vorgelegte Angebot liegt elf Prozent über dem bisherigen. Das Shire-Management, das drei frühere Vorstöße der Amerikaner zurückgewiesen hatte, kündigte eine Prüfung an.

Shire ist auf Mittel gegen seltene Krankheiten spezialisiert, ein Geschäft mit hohen Gewinnmargen. Eines der bekanntesten Präparate ist Vyvanse gegen das sogenannte Zappelphilipp-Syndrom.

Abbvie will mit dem Zukauf sein Medikamentengeschäft auf eine breitere Basis stellen. Der US-Konzern erwirtschaftet aktuell rund 60 Prozent der Umsätze mit dem Arthritis-Medikament Humira. Der Kassenschlager verliert allerdings Ende 2016 den Patentschutz in den USA. Mit Shire könnte Abbvie-Chef Richard Gonzales diese Abhängigkeit deutlich verringern und zugleich in neue Therapiefelder vordringen. Nach dem Zukauf will Abbvie den Steuersitz nach Großbritannien verlegen. Dort sind die Unternehmenssteuern deutlich niedriger als in den USA.

Das neue Übernahmeangebot setzt sich zusammen aus einem Bar- und einem Aktienanteil. Insgesamt bewertet es Shire mit 51,15 Pfund je Anteilschein. Die bisherige Offerte lag bei 46,26 Pfund. An der Londoner Börse gaben Shire-Aktien um 2,3 Prozent auf 45,44 Pfund nach. Abbvie muss nach britischem Übernahmerecht bis spätestens 18. Juli ein verbindliches Übernahmeangebot vorlegen oder sein Vorhaben aufgeben.

Den Großteil der Umsätze erwirtschaftet Shire mittlerweile in den USA. Die Übernahmepläne von Abbvie haben auch deshalb bislang weniger hohe Wellen in der Öffentlichkeit geschlagen als die des US-Pharmariesen Pfizer, dessen Versuch einer Übernahme des britisch-schwedischen Konkurrenten Astra-Zeneca kürzlich scheiterte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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