38 Prozent der Ausgaben großer Konzerne für F&E stammen aus Nordamerika
Die USA geben am meisten für Forschung und Entwicklung aus

Im internationalen Vergleich nehmen die USA bei Forschungsausgaben mit Abstand den ersten Platz ein. 38 Prozent derartiger Gelder der 1000 F&E-stärksten Unternehmen der Welt kommen von dort.

LONDON.Deutschland liegt hinter Japan mit zwölf Prozent auf Platz drei – mit weitem Abstand folgen Frankreich und Großbritannien. In der Forschungsintensität, also dem Anteil der F&E-Ausgaben am Umsatz, liegt Deutschland mit einem Wert von 4,1 Prozent etwa gleichauf mit Japan und den USA – und deutlich vor den anderen europäischen Ländern.

„Deutschland und Japan sind Forschungs-Spezialisten“, fasst Mike Tubbs, Autor der britischen Vergleichsstudie, zusammen. Sie haben einen großen Anteil forschungsintensiver Branchen in ihren Volkswirtschaften. Das heißt aber nicht, dass diese deshalb stärker wachsen. Im Gegenteil: In Großbritannien wird zwar weniger geforscht, aber die forschungsarmen Branchen Öl und Gas sowie Banken und Versicherungen wachsen stark und erwirtschaften Spitzengewinne. „Ein Land kann also auch mit relativ niedrigen Forschungsausgaben eine erfolgreiche Ökonomie haben“, so Tubbs.

Sehr unterschiedlich sind in großen Industrieländern auch die Relationen zwischen Dividendenzahlungen und Forschungsausgaben. Die britischen Firmen schütten mehr als eineinhalb Mal so viel an ihre Aktionäre aus wie sie für F&E ausgeben, während in den USA die Dividenden nur halb so hoch wie die F&E-Ausgaben sind. In Japan und Deutschland summieren sich die Dividenden sogar nur auf ein Fünftel. Doch auch das liege eher an dem im Vergleich zu Großbritannien unterschiedlichen Branchenmix als an einer größeren Macht der Aktionäre, die womöglich Ausschüttungen zu Lasten der Investitionsetats durchsetzten, sagt Tubbs.

In den 15 Jahren seit dem ersten R&D Scoreboard haben sich nach seinen Worten die Gewichte unter den führenden Industrieländern nicht stark verschoben. 86 Prozent der Forschungsausgaben der 1000 Top-Unternehmen entfallen nach wie vor auf sechs Länder – neben den USA, Japan und Deutschland sind das Großbritannien, Frankreich und der Schweiz. Doch in den vergangenen Jahren haben vor allem die Unternehmen aus Südkorea und Taiwan ihre F&E-Anstrengungen stark erhöht. Südkorea rückte auf Rang acht unter den Investoren vor, vor allem weil Hyundai, Samsung und LG ihre Ausgaben massiv erhöhten.

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