400 Arbeitsplätze fallen weg
Stellenabbau bei Phoenix

Nach der Übernahme durch den Konkurrenten Continental sollen beim Autozulieferer Phoenix rund 400 Arbeitsplätze am Stammsitz in Hamburg gestrichen werden.

HB HAMBURG. Insgesamt sollen durch die Verschmelzung 700 Stellen wegfallen, 300 Beschäftigten solle eine Weiterbeschäftigung an anderen Orten angeboten werden, sagte Phoenix-Chef Meinhard Liebing am Dienstag in Hamburg. Für die 400 wegfallenden Arbeitsplätze sollten in Gesprächen mit dem Betriebsrat sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Möglich sei die Gründung einer Auffanggesellschaft. Liebing widersprach Aussagen des Betriebsrats, der in den nächsten zwei bis drei Jahren mit dem Verlust von insgesamt 1000 Stellen rechnet und langfristig sogar von der Schließung des Standortes ausgeht.

Liebing verwies darauf, dass der Personalabbau nicht nur auf die Übernahme durch Continental zurückzuführen sei. „Die Konzentration auf die Kerngeschäfte, die wir uns zum Ziel gesetzt hatten, hätte zur Folge gehabt, uns von Produktionsbereichen zu trennen und Produktionskapazitäten zu bündeln“, sagte Liebing. Am Stammsitz sollen nach Unternehmensangaben aus heutiger Sicht unter anderem der Mischereibetrieb, die Mattenfertigung für Nutzfahrzeuge der Tochter Stankiewicz, die Luftfederproduktion für Pkw (Vibracoustic), der Bereich Traffic Technology (Luftfertigung für Schienenfahrzeuge) bestehen bleiben.

Die Arbeitnehmervertretung rechnet damit, dass sowohl Stankiewicz als Vibracoustic demnächst verkauft werden. Dabei ist die Trennung von Vibracoustic bereits beschlossene Sache, weil die EU-Kommission der Phoenix-Übernahme durch Continental nur unter dieser Voraussetzung zugestimmt hat.

Betriebsratschef Nils Mauch sagte der Nachrichtenagentur Reuters, nach dem Verkauf beider Tochtergesellschaften dürften in Hamburg am Ende nur noch etwa 800 bis 900 der derzeit noch rund 2700 Phoenix-Arbeitsplätze übrig bleiben. Damit wäre die Wirtschaftlichkeit des Standorts in Frage gestellt. „Langfristig gehe ich davon aus, dass es systematischer Plan ist, den Standort Hamburg zu schließen“, sagte Mauch. Weltweit beschäftigt Phoenix rund 9000 Mitarbeiter.

Continental hatte Ende Oktober angekündigt, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen Phoenix und seiner Tochter ContiTech anzustreben. Durch die Verschmelzung der beiden Unternehmen soll einer der weltweit führenden Spezialisten für Kautschuk- und Kunststofftechnologie entstehen. Die Integration soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von Phoenix am 28. Dezember beschlossen werden. Conti hält seit Anfang November mehr als 75 % an seinem einstigen Konkurrenten.

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