41 Milliarden Euro: Eon legt bei Endesa noch einmal nach

41 Milliarden Euro
Eon legt bei Endesa noch einmal nach

Der deutsche Energieriese Eon hat sein milliardenschweres Angebot für den spanischen Versorger Endesa nach Angaben der spanischen Börsenaufsicht erneut aufgestockt, um die Endesa-Aktionäre auf seine Seite zu bringen.

HB MADRID. Eon biete nun 38,75 Euro je Aktie, teilte die spanische Börsenaufsicht am Freitag in Madrid mit. Eon bewerte Endesa damit nun mit 41 Mrd. Euro nach zuvor rund 36,5 Mrd. Euro. Die nun überholte Offerte hatte noch bei 34,50 Euro je Anteilsschein gelegen.

Die Düsseldorfer Manager hatten am Nachmittag ihre endgültige Offerte in einem versiegelten Umschlag bei der spanischen Börsenaufsicht eingereicht. Die Frist dafür war am Nachmittag abgelaufen. Nun müssen die Endesa-Aktionäre entscheiden, ob sie auf Grund des milliardenschweren Zuschlags ihre Anteilsscheine an Eon abgeben. Eon wies darauf hin, dass nach Abgabe der Offerte keine Möglichkeit mehr besteht, den Angebotspreis zu ändern. Eon betonte am Abend, auch die neue Offerte erfülle die finanziellen Kriterien des Unternehmens. Konzern-Chef Wulf Bernotat wollte auf einer Pressekonferenz am Samstag um 11 Uhr in Madrid für das Angebot werben.

Mit der Erhöhung des Angebots hofft Eon, nach dem Rückzug Gas Natural auch den Widerstand der verbliebenen Aktionäre zu brechen. Vor allem der mit über 20 Prozent inzwischen größte Endesa-Aktionär, der Mischkonzerns Acciona, hatte zuletzt immer wieder Stimmung gegen den deutschen Konzern gemacht. Allerdings hatte sich Acciona in der vergangenen Woche bereit erklärt, seinen Anteil an die Deutschen abgeben zu wollen, falls dieser die Kontrolle über Endesa erlange. Damit war Acciona von seiner Position abgerückt, die Unabhängigkeit von Endesa verteidigen zu wollen. Zudem hatte die Endesa-Aktie sich in den vergangenen Wochen zwischen 38 und 39 Euro eingependelt. Die Endesa-Aktien waren am Abend in Madrid mit 39,04 Euro und damit knapp über der neuen Eon-Offerte aus dem Handel gegangen.

Eon will mit dem in Lateinamerika stark vertretenen spanischen Konkurrenten in die Weltspitze der Strom- und Erdgaskonzerne vordringen. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte der Konzern gegen den Widerstand der spanischen Regierung einen langen Poker um Endesa begonnen. Erschwert wurde die Lage noch durch den groß angelegten Einstieg des Baukonzerns Acciona bei Endesa.

Der deutsche Konzern wollte die bereits im vergangenen Februar angekündigte Übernahme ursprünglich schon 2006 umsetzen. Doch hatte sich die spanische Regierung quergelegt und die Regulierungsbehörde CNE mit einem Vetorecht bei Übernahmen ausgestattet. Damit zog sich die Regierung in Madrid allerdings den Ärger der EU-Kommission zu. Die EU warf Spanien vor, gegen die Gesetze zum freien Kapitalverkehr und die Niederlassungsfreiheit verstoßen zu haben. Auf Druck aus Brüssel zog die spanische Regierung einen Großteil der Auflagen zurück.

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