47 Mrd. Dollar für ausstehendes Aktienpaket
Roche einigt sich mit Genentech

Die Hängepartie ist zuende: Knapp acht Monate nach der ersten Offerte ist der Schweizer Pharmakonzern Roche bei der Übernahme des US-Biotechunternehmens Genentech am Ziel. Am Donnerstag unterzeichneten beide Firmen die Übernahmevereinbarung. Bisher hatte Genentech die Angebote von Roche immer als zu niedrig abgelehnt. Die Schweizer hatten schon eine feindliche Übernahme angedroht.

FRANKFURT. Der Roche-Konzern, der bereits die Mehrheit an Genentech hält, bezahlt 95 Dollar je Aktie. Damit summiert sich der Kaufpreis für das noch ausstehende Aktienpaket von 44,1 Prozent nach Angaben von Roche auf insgesamt 46,8 Mrd. Dollar. Gegenüber dem ursprünglichen Angebot vom vergangenen Juli steigt der Preis um rund drei Mrd. Dollar.

Mit der Einigung von Roche und Genentech entwickeln sich die Übernahmeaktivitäten in der Pharmabranche dynamisch weiter. Anfang der Woche hat die amerikanische Merck & Co. die Übernahme des Konkurrenten Schering-Plough für 41 Mrd. Dollar bekanntgegeben. Ende Januar hatte Marktführer Pfizer den Kauf von Wyeth für 68 Mrd. Dollar angekündigt.

Genentech wird durch das Angebot von Roche mit rund 100 Mrd. Dollar bewertet. Das ist mehr als das Siebenfache des letztjährigen Umsatzes von Genentech und knapp das 19-fache des Gewinns vor Zinsen und Steuern. Die Multiples für den Genentech-Deal liegen in etwa auf der Höhe der durchschnittlichen Aufschläge, die 2008 bei Übernahmen in Pharmasektor bezahlt wurden. Laut Christopher Kummer vom Institute of Mergers, Acquisitions und Alliances in Zürich wurde im vergangene Jahr bei internationalen Deals ein durchschnittliches Ebit-Multiple von rund 19,4 gezahlt. In diesem Jahr liegt der Wert mit bisher 9,7 so tief wie niemals zuvor.

Den großen Übernahmen von Pfizer und Merck könnten nach Ansicht von Kummer noch weitere folgen, sodass die M&A-Aktivitäten in der Pharmabranche trotz Finanzkrise das Vorjahresvolumen von 208 Mrd. Dollar übertreffen könnten. Mangelnder Produktnachschub, sinkende Umsätze und verstärkte Konkurrenz durch billige Nachahmerprodukte sind die Treiber dieser Entwicklung.

Genentech war zentraler Bestandteil des Roche-Erfolgs der vergangenen Jahre. Wichtige Verkaufsschlager der Schweizer wurde in den Genentech-Labors entwickelt, darunter die beiden Krebsmedikamente Avastin und Herceptin sowie Rituxan gegen rheumatoide Arthritis. Beide Unternehmen arbeiten seit mehr als 18 Jahren zusammen. Roche setzte 2008 mit knapp 46 Mrd. Schweizer Franken (rund 44 Mrd. Dollar) etwas weniger um als im Vorjahr und verdiente rund 10,8 Mrd. Schweizer Franken. Genentech steigerte 2008 den Umsatz um 14 Prozent auf 13,4 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn stieg um knapp 24 Prozent auf 3,4 Mrd. Dollar.

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