4 200 Mitarbeiter betroffen
Conti macht Verkauf von früherer VDO-Sparte perfekt

Der Automobilzulieferer Continental trennt sich von mehreren Werken des kürzlich übernommenen Konkurrenten Siemens VDO. Die Elektromotorensparte der Continental werden an das Coburger Unternehmen Brose verkauft, teilte Conti am Donnerstag in Hannover mit. Betroffen seien weltweit mehr als 4 000 Mitarbeiter.

HB HANNOVER. Diese Lösung trage "den Interessen der Kunden sowie der Beschäftigen Rechnung", sagte Conti -Chef Manfred Wennemer laut einer Mitteilung. "Wir halten damit unsere Zusage ein, im Rahmen der Integration der bisherigen Siemens VDO so rasch wie möglich Entscheidungen zu treffen, um mögliche Unsicherheiten zu beseitigen." Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt.

Die Transaktion umfasst das Geschäft mit Elektromotoren für Fensterheber, Antiblockiersysteme (ABS/ESC), Heizung/Lüftung, Motorkühlung und elektrische Servolenkungen. Die Aktivitäten des Bereichs Electric Motor Drives in Würzburg und Berlin sowie die Entwicklungsbüros in Nürnberg und der Standort Oldenburg gehen an Brose. Ingesamt beschäftigt Continental in der Elektromotorensparte rund 4 200 Mitarbeiter und erzielte in diesem Jahr einen Umsatz von 740 Mill. Euro.

Der Verkauf der Sparte ist nach Experten-Einschätzung keine Überraschung. "Es ist keine Frage, dass sich Continental von einigen Bereichen trennen will und sich auf die Teile konzentrieren will, die passen", sagt Frank Schwope von der NordLB. Grundsätzlich bewertet der Analyst eine solche Transaktion wegen der stärkeren Fokussierung positiv.

In Bayern, wo unter anderem 1500 Mitarbeiter im Werk Würzburg betroffen sind, fürchtet indessen die IG Metall um den Bestand der Tarifverträge. Brose war Mitte 2006 aus dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VDM) ausgetreten. Seitdem ist das Unternehmen dem Sprecher zufolge ohne Tarifbindung. "Nach unserem Kenntnisstand zahlt Brose zehn Prozent unter Tarif", sagte ein Sprecher der IG Metall am Donnerstag.

Conti hatte die 11,4 Mrd. Euro schwere Übernahme von Siemens VDO Anfang des Monats abgeschlossen. Die Gewerkschaften hatten den Verkauf kritisiert, da sie bis zu 7 000 Arbeitsplätze gefährdet sehen.

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