5,8 Prozent an der Hamburger NA erworben
Salzgitter kauft sich bei Norddeutscher Affinerie ein

Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter ist bei der Norddeutschen Affinerie (NA) eingestiegen und will mit Europas größter Kupferhütte zusammenarbeiten.

HB HANNOVER. Salzgitter habe 5,8 Prozent an der Hamburger NA erworben, führe aber derzeit keine Gespräche, weitere Anteile zu kaufen, sagte ein Firmensprecher am Dienstag. Der über die Börse und von einem Großaktionär gekaufte Anteil sei als "klassische Finanzbeteiligung" zu betrachten. An der Börse war das Paket am Dienstag rund 83 Millionen Euro wert. Wie lange Salzgitter die Aktien halten will, ließ das Unternehmen offen: "Das bleibt abzuwarten."

Salzgitter und die Norddeutsche Affinerie wollen nun Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Überschneidungen ergäben sich etwa in der Produktionstechnologie, der Forschung und Entwicklung sowie bei Absatz und Beschaffung. "Wir sehen einen besonderen Sinn in einer Zusammenarbeit zum wechselseitig vorteilhaften Know-how-Transfer in diversen Bereichen", sagte NA-Chef Bernd Drouven. Davon abgesehen, dass beide Unternehmen Metall verarbeiten, überschneidet sich ihr Geschäft nicht. Mit der Übernahme des Anlagenbauers Klöckner-Werke hatte Salzgitter allerdings schon einmal mit einem Zukauf abseits des Kerngeschäfts überrascht.

In der vergangenen Woche hatte der österreichische Mischkonzern A-Tec bekanntgegeben, seine restlichen neun Prozent an der NA verkauft zu haben. An der Börse hatte dies Spekulationen über eine Übernahmeofferte von Salzgitter für NA ausgelöst, was den Aktien der Kupferhütte Auftrieb gegeben hatte. Kreisen zufolge hat Salzgitter weniger als fünf Prozent von A-Tec gekauft. Über weitere fünf Prozent spreche Salzgitter mit der HSH Nordbank, hatte eine mit der Situation vertraute Person aus der Branche erklärt.

Auch die Stadt Hamburg will sich über kurz oder lang von ihren NA-Anteilen trennen. "Früher oder später werden wir verkaufen", hatte ein Sprecher der Finanzbehörde erklärt. Der Zeitpunkt für einen Verkauf sei aber "jetzt nicht erreicht". Die Stadt hält fünf Prozent plus eine Aktie an der Affinerie. Die Hansestadt und die Landesbank waren zu Jahresanfang bei der NA eingestiegen, um den Einfluss von A-Tec-Eigentümer Mirko Kovats einzudämmen.

Der ungeliebte Hauptaktionär hatte zeitweise 15 Prozent an der NA besessen, womit er vergeblich erreichen wollte, dass er an der Neuordnung der europäischen Kupferindustrie beteiligt wird. Der österreichische Industrielle hatte vom Kartellamt zur Auflage bekommen, seine Beteiligung an der NA zu verkaufen. Zu A-Tec gehört auch eine Kupferfirma im österreichischen Brixlegg. Die Wettbewerbshüter hatten deshalb eine beherrschende Stellung in einem Segment des Kupfermarktes unterstellt.

Zu Investor Ian Karan hatte Salzgitter nach eigenen Angaben ebenfalls Kontakt. Karan will seinen NA-Anteil von einem halben Prozent nach eigenen Angaben aber vorläufig nicht verkaufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%