500 Arbeitsplätze betroffen
Steilmann droht die Insolvenz

Dem traditionsreichen Bochumer Textilunternehmen Steilmann droht nach Angaben des Betriebsrats die Insolvenz. Die Geschäftsführerin Ute Steilmann hat der Belegschaft angekündigt, Insolvenzanträge sowohl für die Muttergesellschaft als auch für die Tochterunternehmen zu stellen.

HB BOCHUM. Das traditionsreiche Bochumer Textilunternehmen Steilmann kämpft gegen die Insolvenz. Einen entsprechenden Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ hat am Mittwoch die Steilmann-Betriebsratschefin Annegret Pose bestätigt. „Das war eine offizielle Information der Geschäftsführung“, betonte sie. Im Unternehmen war am Abend niemand zu sprechen.

In einem der „WAZ“ vorliegenden Brief an die Mitarbeiter kündigte Steilmann zudem an, „jeglichen Zahlungsverkehr vorerst einzustellen“. Bemühungen um eine Investorenlösung seien am Dienstag nach intensiven Verhandlungen gescheitert. Ein letzter Ausweg wären laut „WAZ“ erfolgreiche Verhandlungen mit der italienischen Modegruppe Miro Radici (Bergkamen). Das Unternehmen hatte vor Jahren bereits große Teile der Steilmann-Gruppe erworben. Von einer Insolvenz wären nach Angaben der „WAZ“ rund 500 Mitarbeiter in Bochum-Wattenscheid betroffen.

Nach Informationen der IG-Metall hat Firmengründer Klaus Steilmann dafür plädiert, mit einem Gang zum Amtsgericht zu warten und zunächst die Verhandlungen fortzuführen. Der Geschäftsführer von Miro Radici, Michele Puller, kündigte im Gespräch mit der „WAZ“ Verhandlungen mit der IG Metall an, falls es zu einer Einigung mit den Banken komme. „Wir müssten auf jeden Fall rationalisieren und können nur retten, was wirklich zu retten ist“, zitiert das Blatt den Manager. Ute Steilmann habe den Mitarbeitern geschrieben: „Ich bedaure diese Entwicklung zutiefst.“

Nach Angaben des Direktors des Bochumer Amtsgerichts, Friedrich Meyer, liegt der Behörde bisher kein Insolvenzantrag vor. Von der Pleite wären nach Angaben des Betriebsrates über 500 Arbeitsplätze betroffen. Am Mittwochnachmittag seien noch einmal Gespräche mit dem potenziellen Investor aufgenommen worden.

Unternehmenskreisen zufolge wurden quasi in letzter Minute Verhandlungen über eine Übernahme mit dem Textilunternehmen Miro Radici aufgenommen. Die Gespräche dauerten an, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Radici hatte dem Unternehmen aus Bochum-Wattenscheid schon früher unter die Arme gegriffen. Vor drei Jahren erwarb das Textilunternehmen aus Bergkamen etwa die Hälfte der Steilmann-Gruppe. Damals musste Steilmann bereits rund 750 Mitarbeiter entlassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%