57 Prozent der Phoenix-Aktien in Streubesitz
Conti will Phoenix nun zügig übernehmen

Der Automobilzulieferer Phoenix hat das Übernahmeangebot seines Konkurrenten Continental als angemessen bezeichnet. Gleichzeitig betonte das Hamburger Traditionsunternehmen mit Blick auf die bei einem Mehrheitserwerb befürchtete Zerschlagung aber, dass es in der Lage wäre, seine Unternehmensziele auch aus eigener Kraft zu erreichen.

HB HAMBURG. Die im Kleinwerteindex MDax gelistete Phoenix-Aktie notierte gegen Montagmittag mit 14,92 Euro unverändert knapp unter dem von Continental den Aktionären gebotenen Preis von 15 Euro je Anteilsschein.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat hielten den Angebotspreis für angemessen im Sinne des Wertpapierübernahmegesetzes, teilte Phoenix mit. Das Angebot enthalte „industrielle Logik“. Eine Handlungsempfehlung an die Aktionäre zur Annahme oder Ablehnung des Angebots sei damit aber nicht verbunden, betonte Phoenix weiter. Die von Continental beim Erwerb der Mehrheit an Phoenix erwarteten Synergiepotenziale von 30 Millionen Euro bezeichnete Phoenix als konservativ bewertet, zumal Continental noch keine konkreten Angaben zu Restrukturierungsmaßnahmen gemacht habe.

Continental will Phoenix für 227 Millionen Euro übernehmen und hat dazu den Aktionären ein bis 28. Juni befristetes Angebot von 15 Euro je Anteilschein unterbreitet. Mit der Zustimmung von zwei Großaktionären kontrolliert Continental bereits 37 Prozent des Unternehmens. Gut 57 Prozent von Phoenix sind breit gestreut und liegen nach Unternehmensangaben zu etwa einem Drittel bei Privatanlegern und zu zwei Dritteln bei institutionellen Investoren.

Phoenix stellt Schall- und Schwingungsisolationssysteme sowie Federn für Autos und Schienenfahrzeuge her, außerdem Schläuche und Förderbänder. Die Gesellschaft soll mit der Continental-Tochter ContiTech verschmolzen werden, einem Spezialisten für Kautschuk- und Kunststofftechnologie.

Der Phoenix-Vorstand befürchtet bei einer Übernahme, dass Continental den größten Unternehmensbereich Schallisolation mit rund 2 000 Beschäftigten weiterverkauft. Außerdem soll die Unternehmenszentrale bei einer Verschmelzung mit ContiTech von Hamburg nach Hannover verlegt werden. Dies könnte zu Personalabbau in der Verwaltung führen, befürchtet der Betriebsrat.

Nach der Stellungnahme der Phoenix-Verwaltung zum Übernahmeangebot der Continental AG ging der Hannoveraner Reifenhersteller am Montag davon aus, die Akquisition des Hamburger Konkurrenten erfolgreich abschließen zu können. "Wir sehen uns darin bestätigt, sowohl den Phoenix-Aktionären ein faires Angebot unterbreitet zu haben als auch beide Unternehmen durch ein Zusammengehen eine sehr positive Entwicklung zu ermöglichen", erkärte der Continental-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer in Hannover.

Die Tatsache, dass der Phoenix-Vorstand die industrielle Logik eines Zusammengehens anerkennt, "wird die zügige Realisierung der gemeinsamen Vorteile aus der Transaktion erleichtern", sagte Wennemer weiter. Zuversichtlich zeigte sich das Unternehmen, dass mehr als 75 Prozent der Phoenix-Aktionäre das Angebot annehmen werden. Die Annahmefrist läuft bis zum 28. Juni. Conti hat nach eigenen Angaben zufolge derzeit Zugriff auf 39,21 Prozent des Phoenix-Grundkapitals.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%