600 Stellen werden bei IT-Tochter Sinitec gestrichen
Von Pierer macht bei Siemens nochmals Druck

Der Siemens-Konzern streicht bei der SBS-Tochter Sinitec 600 der bislang 1100 Stellen. Heinrich von Pierer rechnet zudem mit weiteren Kostensenkungen im Inland und hat seine Forderung nach zügigen Renditeverbesserungen in den Problemsparten bekräftigt. Der scheidende Siemens-Chef mahnte vor allem im Handygeschäft sowie beim IT-Dienstleister SBS schnelle Erfolge an.

HB MÜNCHEN. „Es ist klar, dass sie die Kapitalkosten verdienen müssen“, sagte der im Januar in den Aufsichtsrat wechselnde von Pierer am Freitag in einer Analystenkonferenz mit Blick auf die Mobiltelefone. Dabei gehe es nicht um Jahre. Wenn das Ziel nicht erreicht werde, gebe es mehrere Möglichkeiten, nämlich die Handy-Sparte zu sanieren, zu schließen, zu verkaufen oder für sie Kooperationen zu suchen. Auch bei Siemens Business Services (SBS) sei die Ertragssituation unbefriedigend. „Ich kann verstehen, dass es nicht mehr viel Geduld gibt. Uns geht das genauso“, sagte von Pierer.

Siemens-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger dämpfte auch für das laufende Geschäftsquartal die Erwartungen für die Handy-Sparte, die bereits von Juli bis September einen operativen Verlust von 141 Mill. € eingefahren hatte. Auch im Weihnachtsquartal würden wohl weiter Verluste anfallen, sagte er. Zugleich schloss er aus, dass im Industriegeschäft (I&S), der Logistikautomatisierung (L&A), der Gebäudetechnik (SBT) und der krisengeschüttelten Bahntechniksparte (TS) bereits im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 (zum 30. September) die Renditevorgaben erreicht werden.

Unterdessen reagiert SBS offenbar auf den Druck von Pierers und baut bei ihrer 100-prozentigen Wartungstochter Sinitec mehr als die Hälfte der rund 1100 Stellen ab. „Die vorrangige Aufgabe ist der Abbau der Überkapazitäten, die aus dem abnehmenden Geschäftsvolumen resultieren“, teilte Sinitec mit. „Dies ist ohne Personalabbau nicht zu schaffen. Bundesweit sind zirca 600 Stellen betroffen, verteilt auf 29 Standorte.“ Einzelne Standorte würden geschlossen.

SBS beschäftigt weltweit 34 200 Mitarbeiter und hatte im Geschäftsjahr 2003/04 bei einem Umsatz von 4,72 (Vorjahr: 5,21) Mrd. € einen operativen Gewinn von mageren 40 (13) Mill. € erwirtschaftet. Dies entspricht einer Marge von nicht einmal einem Prozent. Die Sparte kämpft vor allem mit Überkapazitäten, hat bislang aber auf Stellenstreichungen weitgehend verzichtet.

„Die Lage in der IT-Branche ist seit Jahren angespannt“, erklärte nun Sinitec. „Bei stagnierenden Umsätzen findet ein harter Verdrängungswettbewerb statt. Das Resultat sind stetig sinkende Preise bei der IT-Wartung."

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