60 000 Mitarbeiter an Protesten beteiligt
Mitarbeiter laufen gegen Sparpläne Sturm

Mehr als 60 000 Daimler-Chrysler-Beschäftigte haben am Donnerstag wegen der drastischen Sparpläne des Autokonzerns die Produktion in Deutschland vorübergehend lahm gelegt.

HB STUTTGART. „Das sind keine Verhandlungen, das ist der Versuch einer knallharten Erpressung“, kritisierte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm die Sparpläne bei einer Kundgebung vor dem größten Mercedes-Werk in Sindelfingen. Offenbar gehe es nicht mehr um Einsparungen, sondern um einen Generalangriff auf Tarifverträge. Nach Angaben des Betriebsrats haben sich weit mehr als 60 000 Mitarbeiter an den Protesten beteiligt, allein in Sindelfingen 20 000. Daimler-Chrysler bezifferte die Zahl deutschlandweit auf 25 000. In Sindelfingen wurden nach Angaben des Betriebsrats 800 Autos nicht gebaut. Vorstandschef Jürgen Schrempp äußerte sich dennoch zuversichtlich: „Ich sage ihnen voraus, dass wir am Schluss eine von beiden Seiten getragene Vereinbarung finden.“

Strittig ist zwischen Arbeitgebern und IG Metall, ob die Sparpläne vom jüngsten Flächentarifvertrag der Metallbranche gedeckt sind. Verdi-Chef Frank Bsirske erklärte, der Ausgang des Streits werde über die Zukunft des Flächentarifs entscheiden. Daimler-Chrysler fordert Kostensenkungen von 500 Mill. € pro Jahr. Wenn der Betriebsrat dies nicht ermöglicht, will das Unternehmen die Produktion der neuen Mercedes-C-Klasse von 2007 an von Sindelfingen nach Bremen und Südafrika verlagern. Dadurch fielen im Südwesten Deutschlands 6000 Arbeitsplätze weg.

„Ihr nehmt uns die Pausen, wir nehmen Euch die Ruhe“, „Es ist Krieg“, „Mill. sind stärker als Millionäre“ stand auf den Plakaten protestierender Daimler-Chrysler-Mitarbeiter in Sindelfingen. Viele Beschäftigte trugen schwarze T-Shirts mit der Aufschrift „Daimler-Chrysler-Erpresswerk“.

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