64,5 Prozent bereits gesichert
Merck schnappt sich Serono

Nach der gescheiterten Schering-Übernahme hat der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck überraschend den Kauf des Schweizer Biotechkonzerns Serono angekündigt. Merck will dafür umgerechnet 10,6 Mrd. Euro in bar zahlen.

HB FRANKFURT. „Diese Akquisition entwickelt das ethische Pharmageschäft von Merck deutlich weiter und bringt es in eine führende Position im Biotechmarkt“, erklärte Merck-Chef Michael Römer am Donnerstag. Dies trage dazu bei, die Zukunft des Familienunternehmens Merck zu sichern.

Mit der Serono-Eignerfamilie Bertarelli sei ein Vertrag über den Kauf der von ihr gehaltenen 64,5 Prozent der Anteile an dem Unternehmen geschlossen worden, teilte Merck weiter mit. Damit übernehme Merck zugleich 75,5 Prozent der Serono-Stimmrechte. Merck werde zudem ein öffentliches Übernahmeangebot unterbreiten. Die Darmstädter wollen den verbleibenden Serono-Eignern wie auch der Familie Bertarelli 1 100 Schweizer Franken (692 Euro) je Aktie zahlen. Damit belaufe sich der Wert der Transaktion auf 16,6 Mrd. Franken. Die Offerte liege 20 Prozent über dem Serono-Aktienkurs vom Mittwoch. Den Angaben der Bertarelli-Familie zufolge stellt der Kaufpreis eine Prämie von 29 Prozent gemessen am durchschnittlichen Serono-Aktienkurs der vergangenen 30 Tage dar. Merck erwartet, dass sich die Übernahme positiv auf den bereinigten Gewinn je Aktie auswirken wird.

Merck-Aktien standen zu Beginn des Handes an der Frankfurter Börse im Fokus und rutschten um 5,65 Prozent auf 73,93 Euro an das MDAX-Ende. Analysten werteten die Serono-Transaktion als kostspielig für Merck. „Die Transaktion ist eindeutig zu teuer“, sagte Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing. Auch ein anderer Marktteilnehmer erklärte: „Der Preis ist zu hoch - dies belastet den Merck-Kurs.“ Ein Aktienhändler sagte dagegen in einer ersten Reaktion: „Die Übernahme ist ein prinzipiell sinnvoller Schritt.“ Die angekündigte Kapitalerhöhung belaste den Kurs allerdings, fügte er hinzu. Ein weiterer Börsianer begründete das Kursminus dagegen mit der angekündigten Kapitalerhöhung der Darmstädter. Die Aktien von Serono wurden am Donnerstagmorgen bis auf Weiteres vom Handel ausgesetzt.

Die Übernahme soll zunächst aus der Barmittelkasse sowie durch eine Zwischenfinanzierung gestemmt werden. Dann soll die Transaktion durch Darlehen, eine Anleihe und eine Kapitalerhöhung von zwei bis 2,5 Mrd. Euro refinanziert werden. An der Kapitalerhöhung werde sich die Merck-Familie mit bis zu einer Milliarde Euro beteiligen. Merck erwartet, dass die Übernahme Anfang 2007 abgeschlossen wird.

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