787 ist Boeings Hoffnungsträger
Erstflug des Dreamliners verzögert sich

Der erste Flug des neuen Boeing-Langstreckenmodells 787 Dreamliner wurde am Mittwoch um mehrere Wochen verschoben. Der Erzrivale des europäischen Flugzeugbauers Airbus will die erste Maschine dieses Typs aber trotzdem pünktlich ausliefern.

HB NEW YORK. Der Jungfernflug solle nun Mitte November bis Mitte Dezember stattfinden, sagte 787-Programmchef sagte Scott Carson, Chef der Boeing-Sparte Verkehrsflugzeuge am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Bislang waren die ersten Flüge für Ende September angekündigt. Grund seien die anhaltenden Probleme beim Gewicht des Flugzeugs, der komplizierte Einbau von Software sowie bei der Verkabelung. Trotz des neuen Zeitplans hält Boeing am Auslieferungsdatum der ersten Maschine fest. Im Frühjahr soll die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways die ersten Boeing 787 erhalten.

US-Regionalzeitungen hatten in den vergangenen Wochen bereits mehrfach über Software-Probleme beim Dreamliner berichtet. „Der Zeitplan ist ziemlich eng“, räumte nun auch 787-Programmchef Mike Bair ein. Je später der Erstflug desto enger werde es für die pünktliche Auslieferung. In der Zwischenzeit muss das neue Flugzeug diverse Test absolvieren, um die Zulassung zu erhalten. Sollte Boeing den Auslieferungstermin nicht einhalten können, könnte es teuer werden, da dann meist Schadensersatzzahlungen an die Fluggesellschaften anfallen. Boeings Erzrivalen Airbus kosteten die rund zweijährigen Lieferverzögerungen seines Super-Airbus A380 mehrere Mrd. Euro.

Boeing hatte ursprünglich August als Termin für den Erstflug avisiert. Bei der feierlichen Vorstellung des Flugzeugs am 8. Juli war dann Anfang September für den Erstflug angepeilt worden. Gut drei Wochen später wurde eine Verschiebung auf Ende September bekannt gegeben. Zudem räumte Boeing-Chef Jim McNerny ein, dass in diesem Jahr bis zu 500 Mill. Dollar zusätzlich in das Programm gepumpt werden, um die Probleme zu lösen.

Die 787 - ein mittelgroßes Flugzeug für die Langstrecke - ist das erste komplett neu entwickelte Boeing-Modell seit zwölf Jahren. Novum ist zudem, dass das Flugzeug nicht mehr überwiegend aus Metall, sondern zu 50 Prozent auf Kohlefaser-Verbundteilen und zu 15 Prozent aus Titan besteht.

Dadurch soll das auch Dreamliner genannte Flugzeug viel leichter und damit sparsamer sein als Flugzeuge vergleichbarer Größe. Insgesamt hat Boeing rund 700 Bestellungen von 48 Kunden für die 787 in den Büchern. Damit sind die Amerikaner weitaus erfolgreicher als die Europäer mit ihrem Airbus A350, der erst 2013 und damit fünf Jahre später auf den Markt kommen soll.

Neuer Großauftrag für Boeing

Boeing hat unterdessen 15 weitere Flugzeuge vom Typ 737 an die amerikanische Flugzeugleasing-Firma Aviation Capital Group verkauft. Der Auftrag hat zu Listenpreisen einen Wert von 934 Mill. Dollar (687 Mio Euro). Dies hat Boeing am Dienstag bekannt gegeben. Aviation Capital hat damit insgesamt 64 Boeing-Maschinen in Auftrag, davon 59 737- und fünf 787-Dreamliner-Flugzeuge. Aviation Capital hat 228 Flugzeuge an 99 Airlines in 43 Ländern verleast.

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