8500 Stellen werden abgebaut
Mercedes-Chef Zetsche greift durch

Der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler streicht bei Mercedes in Deutschland jede zehnte Stelle. Der Abbau soll innerhalb der nächsten zwölf Monate erfolgen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mit. Die Aktie schloss auf dem höchsten Stand seit mehr als drei Jahren.

HB AUBURN HILLS/STUTTGART. „Durch die Steigerung von Produktivität und Effizienz haben wir heute Kapazitäten, von denen wir angesichts der Marktentwicklung und der Wettbewerbssituation feststellen müssen, dass sie eindeutig zu hoch sind“, begründete Personalvorstand Günther Fleig am Mittwoch den Abbau von 8500 der insgesamt 94 000 Arbeitsplätze bei der Mercedes Car Group binnen zwölf Monaten.

Daneben drücken den Konzern hohe Rohstoffpreise und negative Währungseffekte. Die Gewinnprognose beließ Daimler aber unverändert, da die Kosten für den Personalabbau in Höhe von 950 Mill. € durch außerordentliche Erträge und Ergebnisverbesserungen im operativen Geschäft kompensiert werden sollen. Der Stellenabbau verteile sich auf alle Standorte in Deutschland, doch seien vor allem die beiden Werke in Sindelfingen und Bremen davon betroffen, sagte Fleig. Der Betriebsrat habe den Plänen bereits zugestimmt.

Analysten begrüßten den Personalabbau. „Ich bin optimistischer als vorher, dass Mercedes seine Ziele bis 2007 erreicht. Die Zahl der Stellen und Einmalaufwendung sind höher als ich erwartet habe, aber es ist ein positives Zeichen, dass das Management hart durchgreift“, sagte Robert Heberger vom Bankhaus Merck Finck. Sein Kollege Fabian Kania, Analyst bei Helaba Trust, fügte hinzu: „Der Einmalaufwand ist natürlich nicht schön, aber das versteht der Markt. Die Investoren gucken auf die Gewinne im nächsten und übernächsten Jahr. Es zeigt, da tut sich was. Zetsche zieht die Zügel noch enger an, um ein ordentliches Ergebnis in 2007 zu präsentieren.“

Ursprünglich war mit einem Abbau von 5000 Stellen bei Mercedes in Deutschland gerechnet worden. Weltweit beschäftigt die Mercedes Car Group mit den Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach 106 000 Mitarbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen kann der Konzern wegen des Beschäftigungspakts bei Mercedes bis 2012 nicht aussprechen. Deshalb muss der Autobauer den Beschäftigten mit großzügigen Abfindungen ein freiwilliges Ausscheiden schmackhaft machen. Der größte Teil der finanziellen Belastungen soll schon im vierten Quartal 2005 in der Bilanz verbucht werden. Die Gewinnprognose für 2005 bleibe davon aber unberührt. Daimler-Chrysler erwartet weiterhin für das Gesamtjahr ohne die Belastungen aus der Sanierung der Kleinstwagenmarke Smart einen leichten Anstieg seines operativen Gewinns. Im Vorjahr war ein operativer Gewinn von 5,8 Mrd. € erzielt worden.

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