
BerlinDie Deutsche Bahn kauft 90 Triebzüge für den Großraum Frankfurt vom kanadischen Bombardier -Konzern. Der Auftrag habe einen Wert von einer halben Milliarde Euro, teilten beide Unternehmen am Freitag mit. Die Züge sollen ab 2014 zum Einsatz kommen. Die Bahn hatte im November einen Auftrag für den Nahverkehr des Rhein-Main-Verkehrsverbundes gewonnen. Die Züge sind für eine Geschwindigkeit von bis zu 140 Kilometern pro Stunde ausgelegt. Jeder wird 176-Sitz- und 310 Stehplätze haben. Um die Sicherheit im Regionalverkehr zu erhöhen, werden die Wagen mit Videokameras ausgerüstet.
Bombardier baut die Züge in Zusammenarbeit mit Alstom als wichtigstem Lieferanten. Alstom hat sein Zug-Werk in Salzgitter. Bombardier kündigte an, die Triebwagen würden in einem deutschen Werk produziert. Wo genau, werde in Bälde entschieden, sagte Sprecher Immo von Fallois. Infrage kommen die Standorte Aachen, Görlitz, Bautzen und Hennigsdorf bei Berlin.
In den kommenden Jahren wird ein Großteil der Nahverkehrsstrecken in Deutschland von den Bundesländern neu ausgeschrieben. Die vor allem für Pendler wichtigen Verbindungen werden jährlich mit rund sieben Milliarden Euro subventioniert und sind für die Deutsche Bahn wichtigster Gewinnlieferant im Konzern. Sie hält - trotz wachsender Konkurrenz von Privatbahnen - noch einen Anteil von rund 80 Prozent. Bei den Ausschreibungen legen die Länder Wert auf moderne Wagen. So ziehen die Vergaben meist den Kauf neuer Regionalzüge nach sich.