A-Klasse
Daimler forciert Produktion in Asien

Der Autokonzern Daimler-Chrysler will seinen Absatz in Südostasien mit volumenstärkeren Modellen steigern und neue Käuferschichten erschließen. Deshalb wird ab Anfang 2006 die A-Klasse auch im thailändischen Werk des Stuttgarter Autobauers montiert, sagte Südost-Asienchef Rainer Thiel am Freitag in Singapur.

HB SINGAPUR. Außerdem wird nach seinen Worten die Produktion von Chrysler-Pkw in der Region geprüft. „Auf Dauer ist der Kreis der Käufer von Luxus-Autos begrenzt“, sagte Thiel.

Sollte der Versuch mit der A-Klasse erfolgreich sein, könnte der kleine Mercedes auch in anderen Werken der Region gefertigt werden. Zunächst sollen jährlich 700 bis 800 Fahrzeuge gebaut werden.

Daimler-Chrysler besitzt in Thailand, Malaysia, Indonesien und Vietnam vier Produktionsstätten. Chrysler dürfte dort - wie schon in China geplant - mit neuen Modellen die Funktion des Volumenherstellers für den Konzern übernehmen, da die relativ teuren Mercedes-Benz-Pkw nur ein begrenztes Absatzvolumen haben. In den südostasiatischen Märkten kostet ein Mercedes-Benz wegen der üblichen Luxussteuer für hubraumstärkere Autos und Zöllen etwa doppelt so viel wie in Europa.

Von der Zentrale in Singapur aus steuert Daimler-Chrysler die Hauptmärkte Thailand, Malaysia, Indonesien, Philippinen und Vietnam. 2004 wurden dort rund 15 000 Mercedes-Benz-Pkw abgesetzt, vor allem E- und S-Klasse-Modelle. „Die E-Klasse trägt das Geschäft“, sagte Thiel.

In zehn Jahren soll sich der Absatz mindestens verdoppeln. Mit über 2500 Mitarbeitern wurden in der Region 900 Millionen Euro umgesetzt. 2006 wird in Singapur das erste asiatische Markencenter mit einem Showroom für rund 40 Automodelle eröffnet. In das Center werden rund 20 Millionen Euro investiert.

Daimler-Chrysler ist nach eigenen Angaben mit rund 50 Prozent Anteil in Südostasien Marktführer bei Luxuslimousinen, zu denen hier die E- und S-Klasse zählen. Ein harter Wettbewerber sei BMW. Autos von Audi und Lexus würden in kleinerem Umfang verkauft, hieß es.

Der Grund, warum der Konzern vier relativ kleine Werke mit einer jährlichen Produktion zwischen 4 500 Autos (Thailand) und 1 000 Fahrzeugen (Vietnam) unterhält, liegt in den Zollschranken, mit denen sich die Länder abschotten. Weil die Einfuhr von fertigen Automobilen hohe Zölle kostet, ist die Montage von vorgefertigten Teilen (Completely Knocked Down - CKD) günstiger.

So erhebt Vietnam 100 Prozent Zoll auf ein eingeführtes Auto. Die Teile für die CKD- Fertigung im eigenen Land werden nur mit 25 Prozent belegt.

Die deutschen Autobauer beklagen allerdings, dass Japan teilweise mit asiatischen Nachbarn bilaterale Abkommen zur Zollfreiheit schließt und damit Wettbewerbsvorteile hat. Die EU habe sich dieses Problems noch nicht entschieden angenommen, heißt es bei den deutschen Autokonzernen.

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