A-Tec kauft bei Cumerio zu
Österreicher zwingt Norddeutsche Affinierie an Verhandlungstisch

Nach dem Einstieg des österreichischen Investors Mirko Kovats und seiner A-Tec kann die Norddeutsche Affinerie (NA) die belgische Kupferhütte Cumerio nicht mehr vollständig übernehmen. Nun hat Kovats seine Anteile auch noch aufgestockt. Die NA reagierte prompt.

HB/mjh WIEN/DÜSSELDORF. A-Tec habe rund 11,9 Prozent an Cumerio erworben, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die NA teilte umgehend mit, es solle zeitnah ein Gespräch zwischen ihr und A-Tec geben.

Die von Kovats gegründete und von ihm über eine private Stiftung kontrollierte Industriegruppe A-Tec hatte erst am Mittwoch überraschend ihren Einstieg mit knapp 5 Prozent bei Cumerio bekanntgegeben. Am selben Tag meldete die NA, dass sie im Besitz von 10 Prozent der Cumerio-Aktien ist. Nur eine Woche zuvor war Kovats bereits mit 10 Prozent bei der NA eingestiegen. Beide Beteiligungen bezeichnet der Investor, der in der Vergangenheit schon häufiger durch schnelle Beteiligungskäufe und -verkäufe aufgefallen war, als langfristiges strategisches Investment. „In der Kupferbranche gibt es Konsolidierungen, und wir wollen aktiv daran teilnehmen“, sagte Kovats.

Kovats machte am Donnerstag deutlich, dass er die von der NA angestrebte vollständige Übernahme des kleineren belgischen Kupferherstellers Cumerio erschweren wird. Ein von der NA ursprünglich angestrebtes Squeeze-out, also ein gesetzlich zulässiges Herausdrängen der freien Aktionäre über eine Zwangsabfindung, werde „jetzt nicht mehr möglich sein“, sagte Kovats dem österreichischen „Wirtschaftsblatt“.

Was die NA vor hat

Die NA wollte den Einstieg ihres neuen Großaktionärs bei Cumerio am Donnerstag offiziell nicht kommentieren. In Unternehmenskreisen hieß es, Vorstandschef Werner Marnette reagiere „relativ gelassen“ auf Kovats Vorstoß in Belgien. Marnette gehe unverändert davon aus, dass ihm die Cumerio-Übernahme gelingen wird. Der Deal, so hofft der NA-Vorstandschef, überzeuge durch seine industrielle Logik. Außerdem brauche die NA keinen Squeeze-out. Für die angestrebte Verschmelzung beider Unternehmen reiche eine Aktienmehrheit „von 75 Prozent plus“ aus.

Damit macht Marnette bereits erste Abstriche. Am Montag dieser Woche hatte die NA angekündigt, das Eigenkapital Cumerios zum Barpreis von 30 Euro je Aktie oder insgesamt 777 Mill. Euro übernehmen zu wollen. Die Offerte steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass mindestens 80 Prozent der Cumerio-Aktionäre sie annehmen. Falls die Schwelle von 95 Prozent erreicht wird, will die NA die verbliebenen Aktionäre aus dem Unternehmen herausdrängen und Cumerio von der Börse nehmen.

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