
BerlinIn der Bundesregierung wächst der Ärger über nicht eingehaltene Zusagen bei der Anschubfinanzierung des geplanten Langstreckenflugzeugs Airbus A350, wie das Handelsblatt aus informierten Kreisen im Bundeswirtschaftsministerium erfuhr.
„Mit der Förderungszusage ist die klare Erwartung der öffentlichen Hand verbunden, dass der Airbus-Konzern entsprechend seine Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionskapazitäten an den deutschen Standorten stärkt und ausbaut“, hieß es dort.
„Deren Einhaltung stellt Airbus derzeit in Frage.“ Nicht zuletzt aus haushaltsrechtlichen Gründen werde eine entsprechende Förderung mit dieser Erwartung verbunden. Ein Airbus-Sprecher sagte dazu auf Anfrage: „Kein Kommentar.“
Die Bundesregierung hält rund 600 Millionen Euro an Hilfen zurück. Bei dem Geld soll es sich um die zweite Tranche der vereinbarten Anschubfinanzierung von insgesamt 1,1 Milliarden Euro handeln, die Deutschland für die Entwicklung der Maschine zugesagt hat. Das A350XWB-Programm ist federführend in Frankreich angesiedelt. Der A350 ist das Langstreckenflugzeug von Airbus. Die Maschine wird in drei Versionen gebaut.
EADS mit seiner Flugzeugbau-Tochter Airbus ist Europas dominierender Luft- und Raumfahrtkonzern. Die börsennotierte Aktiengesellschaft European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) umfasst die wichtigsten Flugtechnikanbieter Deutschlands, Frankreichs und Spaniens. Der Konzern entstand im Juli 2000 nach langem Tauziehen um Standorte und Produktionsanteile.
Nach einem 2007 vereinbarten Aktionärspakt darf der französische Staat nur 15 Prozent der EADS-Anteile besitzen. Zusammen mit dem Medienkonzern Lagardère kommt er auf 22,45 Prozent der EADS-Aktien, wobei die Anteile in der Gesellschaft Sogeade gebündelt sind. Der Chef der Mediengruppe, Arnaud Lagardère, will seine 7,5 Prozent der Anteile mittelfristig verkaufen, erhebt aber seinen Anspruch auf den Mitte 2012 freiwerdenden Chefposten im Verwaltungsrat des Konzerns.
Mit 22,45 Prozent ist auch die deutsche Seite an EADS beteiligt. Bisher hielt DaimlerChrysler 15 Prozent und ein Konsortium von Bundesländern, privaten und öffentlichen Banken 7,5 Prozent. Allerdings behielt DaimlerChrysler nach dem ausgehandelten Kompromiss 22,5 Prozent der Stimmrechte und blieb so größter stimmberechtigter EADS-Einzelaktionär. 7,5 Prozent der EADS-Anteile soll nun die Staatsbank KfW übernehmen, so dass sich der Daimler-Anteil auf 7,5 Prozent reduziert.
Weitere 5,5 Prozent an EADS hält die spanische Staatsholding SEPI, der Rest der Anteile in Höhe von 49,6 Prozent liegt im Streubesitz.
Die deutschen, französischen und spanischen Haupteigentümer hatten sich bei der Gründung der EADS auf einen Pakt („Contractual Partnership“) verständigt, um das Unternehmen gegen feindliche Übernahmeversuche zu sichern und um das Heft bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern in der Hand zu behalten.
Die EADS hat ihren offiziellen Sitz in Amsterdam, in Paris und München sind die beiden Hauptzentren des Konzerns. Der Hauptsitz und die Zentrale der EADS-Tochtergesellschaft Airbus sind im französischen Toulouse angesiedelt. Hamburg wiederum ist der Sitz der deutschen Airbus-Tochtergesellschaft, die für die deutschen Werke zuständig ist.

@Yoop Die Freundschaft dauert immer so lange bis man merkt das man ausgenutzt wird.

Der Bund und EADS streitet ja noch über Ariane 5 Nachfolger, Meteor Rakete, Eurofighter Updates, diverse Bw Kürzungen (NH90, UH Tiger, Eurofighter), HTH Helikopter, Eurodrohne usw.. Da geht es um einen 2 stelligen Mrd Betrag. Die Systemführerschaft ist bei den Projekten in FR bzw. beim EF in GB. Das dürfte die Streichungen aus DE Sicht erheblich einfacher machen. Und jetzt laufen gerade die Haushaltsverhandlungen für 2013. Da kann der Bund einfach keine Mittel für diese Programme bereitstellen. Indem man das DE Geschäft mit dem Bund reduziert, kann man natürlich auch den DE Staatseinfluss begrenzen. Ob die EADS Aktionäre Enders Strategie so gut finden, wage ich zu bezweifeln. Ohne die Kohle des Bundes wird es auch keine EADS Dividenden mehr geben.

In die Kommentäre der SPON und Handelsblatt Leser sehe ich seit lang kein mehr Freundschaft aber nur Arroganz und Vorherrschaft für die ganze Europa. Öffne die Augen!
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