A380
Airbus bekommt Kabelsalat in den Griff

Vor allem wegen der komplizierten Verkabelung musste Airbus die Auslieferung seines Riesenfliegers A380 um fast zwei Jahre nach hinten verschieben, was den ganzen Konzern in eine tiefe Krise stürzte. Mittlerweile hat der Flugzeugbauer die Probleme aber überwunden – wenn auch mit unorthodoxen Methoden.

MÜNCHEN. Die Erstauslieferung für Singapore Airlines im Oktober liege „voll im Zeitplan“, teilte Airbus am Mittwoch in Toulouse mit. Die nachfolgenden Flugzeuge, die ebenfalls für Singapore sowie für Emirates und Qantas produziert werden, „haben in manchen Fällen sogar Produktionsvorlauf“, schreibt Airbus in seinem jüngsten Newsletter. Damit ist die schwerste Produktionskrise des Flugzeugherstellers vorerst überwunden.

Die Verzögerungen bei dem Airbus-Prestigeprojekt haben den Mutterkonzern EADS in schwere Turbulenzen gestürzt. Das weltgrößte Passagierflugzeug ist zwei Jahre hinter seinem Zeitplan. Produktionsausfälle und Strafzahlungen summieren sich bis 2010 auf fünf Milliarden Euro. Wegen der A-380-Probleme und dem schwachen Dollar will Airbus in den kommenden Jahren 10 000 Arbeitsplätze in seinen Werken streichen. Gleichzeitig soll die Produktion aber hochgefahren werden.

Komplizierte Verkabelung

Während die erste A 380 für Singapore Airlines praktisch fertig ist und letzte Tests durchläuft, ist die fünfzehnte Maschine schon bereit für den Kabineneinbau. Knackpunkt ist nach wie vor die Innenverkabelung der Riesenmaschinen, die urpsrünglich in Hamburg erfolgen sollte. Da Hamburg jedoch ein anderes Computerprogramm verwendete als die Airbus-Zentrale in Toulouse, brach im Mai 2006 in der Endmontage das Chaos aus. Airbus stoppte die Fertigung. Im September 2006 übernahm Mario Heinen, der Produktionschef der kleinen A-320-Familie, die Rettung der A-380-Produktion.

Heinen ordnete an, dass die Inneneinrichtungen der ersten 25 Maschinen „per Hand“ in Hamburg und Toulouse verkabelt werden. Die Techniker können dabei nicht auf Computerpläne zurückgreifen. Der Prozess ist extrem aufwändig, da jede Fluggesellschaft eine andere Kabineneinrichtung gewählt hat. Airbus hat mehrere hundert Techniker zusätzlich für die Verkabelung der Riesenairbusse abgestellt.

„Ab dem 25. Flugzeug wird der gesamte Prozess digitalisiert“, sagte eine Airbus-Sprecherin. Die für Hamburg und Toulouse einheitlichen Software-Lösungen funktionierten jetzt, Anfang 2009 könnte dann die erste Maschine nach dem neuen Fertigungsystem produziert werden. Airbus will ab 2010 jedes Jahr 45 der Riesenflieger ausliefern.

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