A380-Krise
Großaktionäre bedrängen Airbus

Der Flugzeughersteller Airbus steht vor einer harten Sanierung. Einen Tag nach dem Führungswechsel melden sich die Großaktionäre der Muttergesellschaft EADS im Gespräch mit dem Handelsblatt zu Wort: Daimler-Chrysler und die französische Sogeade machen deutlich, dass es zu harten Einschnitten kommen wird. Laut einer Zeitung sollen fünf deutsche Werke verkauft werden.

HB/fas/sig/str/saf/lip BERLIN/MÜNCHEN. Die Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Manfred Bischoff und Arnaud Lagardère, wollen Airbus so schnell wie möglich in die EADS integrieren. Zudem bekräftigen beide ihre Absicht, das milliardenschwere Sparprogramm „Power 8“ rasch voranzutreiben. Dieses Sanierungsprogramm hatte der scheidende Airbus-Chef Christian Streiff aufgesetzt, der jedoch Anfang der Woche überraschend zurückgetreten war.

An Streiffs Sanierungskurs halten die Großaktionäre fest. „Das Board der EADS unterstützt Power 8 uneingeschränkt“, unterstreicht Bischoff. Bei der Vorstellung des Konzepts hätten die Großaktionäre sogar nach weiteren Einsparmöglichkeiten gefragt. Power 8 sei ein Sparprogramm, das nicht ohne Schmerzen umgesetzt werden könne – „weder in Toulouse, noch in Hamburg noch an anderen Standorten“.

Bischoff und Lagardère repräsentieren die Großaktionäre Daimler-Chrysler und Sogeade, die jeweils 22,5 Prozent der Airbus-Muttergesellschaft EADS kontrollieren. In Sogeade haben der französische Staat und der Lagardère-Konzern ihre Anteile gebündelt. Über einen Aktionärspakt bestimmen die Großaktionäre die Ausrichtung des Unternehmens. Doch die EADS und ihre wichtigste Tochter Airbus stecken in einer tiefen Krise. Der Riesenairbus A380 kommt deutlich später als geplant und wird die EADS mindestens 5 Mrd. Euro zusätzlich kosten. Doch auch ohne das A380-Desaster steht Airbus unter Druck. Flugzeuge werden traditionell in Dollar abgerechnet. Seit 2002 hat die US-Währung über ein Drittel ihres Wertes verloren. Airbus produziert bis heute aber ausschließlich im Euro-Raum.

Auslöser für Streiffs Abgang war offenbar seine Forderung nach größerer Eigenständigkeit bei der Airbus-Sanierung. „Es war von Anfang an klar, dass Airbus zur Verbesserung von Transparenz und Effizienz enger an die EADS angebunden wird. Das wusste auch Herr Streiff“, sagt Manfred Bischoff. Man habe die Kontrolle über die Flugzeugtochter nicht aus der Hand geben wollen.

Seite 1:

Großaktionäre bedrängen Airbus

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%