A380
Lufthansa vertraut den gleichen Triebwerken wie Qantas

Der bisher vermutlich schwerwiegendste Zwischenfall mit einer Airbus A380 geht auf einen Triebwerksausfall zurück. Die Suche nach den Verantwortlichen wird sich also nicht auf EADS und die Konzerntochter Airbus beschränken, sondern vor allem auf den Triebwerkshersteller.
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fas/jkn/HB. DÜSSELDORF. Fluggesellschaften können beim Kauf der größten Passagiermaschine der Welt zwischen zwei Triebwerken wählen. Das eine kommt vom britischen Hersteller Rolls-Royce. Die andere Variante mit dem Namen GP7200 liefert das Konsortium Engine Alliance (EA), zu dem die Hersteller General Electric, Pratt & Whitney sowie die deutsche MTU gehören.

Die jetzt in Singapur notgelandete A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas hatte Triebwerke des Typs Trent 900 von Rolls-Royce. Es ist eines der größten Triebwerke in der Zivilluftfahrt, wurde extra für die A380 entwickelt und wurde als erstes für sie zugelassen. Eines der vier Triebwerke ist Qantas zufolge über Westindonesien ausgefallen.

Die australische Fluggesellschaft reagiert auf den Zwischenfall, indem sie ihre sechs A380 alle auf dem Boden lässt, bis geklärt ist, wie es zu dem Triebwerksausfall kommen konnte.

Die Lufthansa dagegen lässt ihre Riesenairbus-Flotte wie gewohnt starten und landen, obwohl die beiden Maschinen ebenfalls mit den Triebwerken von Rolls-Royce ausgestattet sind. Der Chef der deutschen Fluggesellschaft, Wolfgang Mayrhuber, hatte noch in der vergangenen Woche betont, die Airbus A380 sei zuverlässiger als andere Maschinen. Dabei bleibt er der Lufthansa zufolge auch nach der Qantas-Notlandung. Sie will aber den Triebwerkshersteller Rolls-Royce kontaktieren, um die Ursachen für die Panne zu erfahren.

Weltweit fliegen nach Airbus-Angaben 37 Maschinen des Typs A380. Zusammen beförderten sie bereits mehr als 7 Mio. Passagiere. Als erste Fluggesellschaft stellte Singapore Airlines die Maschine im Oktober 2007 in den Dienst.

Mit der Übergabe an die jeweilige Fluggesellschaft endet die Verantwortung von Airbus für die Wartung der Triebwerke, wie eine Sprecherin des Unternehmens am Donnerstagmorgen mitteilte.

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  • Nach Presseberichten hat Lufthansa bei einem der drei A380am 10.08.2010 kurzerhand das Triebwerk Trent 900 des Herstellers RollsRoyce auswechseln lassen (!) nachdem man im Fluge eine Triebwerksstörung gemeldet bekam. Ob es einen Zusammenhang mit dem Quantas-Triebwerksbrand des gleichen Turbinenmodells gibt, sollte dringend untersucht werden. Der Vorfall vom 10.08.2010 gewinnt durch die jüngsten Ereignisse eine hohne brisanz.

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