A380-Triebwerk von Rolls-Royce
Behörden warnten vor Problemen

Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce gerät nach dem Unglück der Airbus A380 von Qantas in Singapur immer stärker unter Druck. Nach einem Medienbericht hatte die europäische Flugsicherheitsagentur EASA bereits vor drei Monaten die Motoren für die A380 kritisiert und eine Überprüfung verlangt. Für Qantas jedenfalls ist der Schuldige jetzt schon ausgemacht.
  • 5

rüd/HB DÜSSELDORF. Nach der Notlandung eines Super-Jumbos A380 in Singapur gerät nun zunehmend der Triebwerkhersteller Rolls-Royce unter Druck. So hat die europäische Flugsicherheitsagentur EASA offenbar bereits vor drei Monaten die Triebwerke für die A380 kritisiert, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine im August veröffentlichte "Lufttüchtigkeitsdirektive" der EASA.

Demnach könnten sich bestimmte Teile im Inneren des Triebwerks der Reihe Trent 900 laut dem Bericht schneller abnutzen als angegeben - und schneller lösen. Die Behörde forderte den Hersteller deshalb auf, die Triebwerke genauer zu überprüfen. "So etwas ist aber ein ganz normaler Routinevorgang", betonte ein EASA-Sprecher am Freitag in Köln. "Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keinen Zusammenhang zu dem Vorfall in Singapur."

Dort war am Donnerstag eine A380 der Qantas mit 459 Menschen an Bord notgelandet. Kurz nach dem Start war eines der vier Triebwerke in Brand geraten. Passagiere berichteten von einer Explosion, Teile des Triebwerksgehäuses fielen vom Himmel herab. Verletzt wurde niemand.

Die EASA habe eigene Experten für Untersuchungen nach Singapur geschickt, sagte der Sprecher. Die Behörde bespreche den Fall mit allen Beteiligten, darunter den Flugzeug- und Triebwerksherstellern, der Fluggesellschaft und örtliche Behörden.

Für Qantas ist ein Konstruktions- oder Materialfehler die wahrscheinlichste Ursache für den bislang schwerwiegendsten Zwischenfall mit dem größten Passagierflugzeug der Welt. Diese Einschätzung äußerte Qantas-Chef Alan Joyce am Freitag in Sydney.

Seite 1:

Behörden warnten vor Problemen

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " A380-Triebwerk von Rolls-Royce: Behörden warnten vor Problemen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @benedikt 17.: Mittlerweile fliegt auch die LH ausgerechnet mit dem zweistahligen A330 über den Atlantik (s. Strecke LH-464 Frankfurt-Orlando).
    Auch hat die Lufthansa am 10.08.2010 bei einem der drei A380 nach Triebwerksstörung eine RollsRoyce Düse des Quantas-Modells Trent 900 auswechseln lassen. Davon will der LH Pressesprecher aktuell nichts mehr wissen. Dabei ist die Frage nach der Ursache der beiden Triebwerksstörungen mittlerweile hochbrisant.

  • Fliegerlatein wieder am Werk??

  • Also die ganzen Presseberichte sprechen nicht gerade für die Qualifikation der Journalisten. in dem Kommentar von benedikt der 17. ist klar gesagt wie Triebwerke und Zelle zusammenhängen. Das sollten aber Journalisten, die darüber schreiben auch wissen.

    Man sollte eher mal untersuchen, warum die Quantas gerade so eine Strecke hat. Da könnte das Management dahinter stecken, das versch. Maßnahmen ergriffen hat um Kosten zu sparen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%