A380 verspätet sich
EADS droht Milliardenschaden

Airbus droht durch massive Verzögerungen bei seinem Vorzeigeprojekt A380 in eine ernste Krise zu rutschen. Die Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS räumte am Dienstag nach Börsenschluss ein, dass viele Fluggesellschaften wegen produktionsbedingter Überarbeitungen deutlich länger auf den neuen Riesen-Airbus warten müssten als bisher geplant. Das geht ins Geld.

FRANKFURT. Der Mutterkonzern EADS erwartet wegen der Verzögerungen zwischen 2007 und 2010 jedes Jahr etwa 500 Mill. Euro weniger Ertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit). In dieser Prognose seien mögliche Abbestellungen von Aufträgen noch nicht enthalten, teilte der Luft- und Raumfahrtkonzern mit. Allein 2008 würden die Cash-Flow-Ausfälle auf mehr als 1 Mrd. Euro steigen.

Zudem dürfte der geplante Langstreckenjet A350 EADS noch viel Geld kosten. Airbus muss das Modell nach Kundenprotesten komplett überarbeiten.

"Wir haben ein ernstes Problem bei der A380-Produktion", sagten die beiden Co-Chefs von EADS, Thomas Enders und Noël Forgeard. "Wir erwarten deshalb von der Führung von Airbus, dass sie den neuen Zeitplan voll einhält und nach Möglichkeit übertrifft."

Die Kunden seien informiert worden, dass sich der Auslieferungszeitplan um sechs bis sieben Monate nach hinten verschieben wird. Unter den A380-Bestellern sind die renommiertesten Flugkonzerne der Welt, etwa Singapore Airlines, Lufthansa, Air France-KLM oder der mit Abstand größte A380-Kunde Emirates Airlines. Die Deutsche Lufthansa bestätigte am Abend, von Airbus über die Verzögerungen unterrichtet worden zu sein. Es sei aber bisher unklar, ob man um die geplanten ersten Auslieferungen im Frühjahr 2008 bangen müsse, sagte eine Sprecherin. Im Gegensatz zu Singapore Airlines, der australischen Qantas und der Dubai-Staatslinie Emirates gehört Lufthansa nicht zu den Erstkunden des Flugzeugs. Emirates erklärte, man wolle in den nächsten Tagen das Gespräch mit Airbus suchen und gemeinsam mit dem Flugzeugbauer einen überarbeiteten Auslieferungsplan erstellen. Bei einer Verzögerung der Auslieferung haben Fluggesellschaften vertraglich die Möglichkeit, Konventionalstrafen einzufordern. Der Vorstandschef von Singapore Airlines, Chew Choon Seng, hatte im Vorjahr betont: "Es ist wie im Taxi: Je länger die Fahrt, desto teurer wird es."

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