A380 womöglich teurer als geplant
Regierung für führende Rolle von EADS bei Rüstung

Die Bundesregierung hat sich vor dem Hintergrund der anstehenden Konsolidierung der europäischen Rüstungsindustrie für eine führende Rolle des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS ausgesprochen. Parallel kündigte EADS an, beim A380 möglicherweise die geplanten Kosten zu überschreiten.

HB TOKIO/MÜNCHEN. „Unser Ziel ist ein europäischer Rüstungskonzern, der nicht nur im Flugzeug- sondern auch im Militär-Bereich aktiv mit den USA Schritt halten kann“, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Ditmar Staffelt der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Tokio. Dies bedeute nicht unbedingt, dass die EADS eine Art Mutterholding für alle Rüstungsgeschäfte in Frankreich und Deutschland werden solle. Es sei noch völlig offen, wie ein solcher Konzern gestaltet werden solle. „Da ist noch nichts entschieden. Das bedarf noch einer genauen Analyse“, sagte Staffelt. Nach Medienberichten denkt die Bundesregierung darüber nach, unter dem Dach von EADS fast alle Rüstungsgeschäfte in Frankreich und Deutschland zusammenzufassen.

Staffelt betonte, bei der Restrukturierung des EADS-Konzerns müsse der Anteil Deutschlands und Frankreichs im Gleichgewicht gehalten werden. Es müsse darauf geachtet werden, „dass Deutschland einen gewichtigen Teil des Kuchens behält oder einen weiteren Teil bekommt“. Zudem dürften durch die Restrukturierung mittelständische Zulieferbetriebe nicht kaputt gemacht werden.

Derzeit halten sich bei dem von einer französisch-deutschen Doppelspitze geführten Konzern die Beteiligungen der beiden Länder die Waage: der französische Staat und die französische Mediengruppe Lagardere halten zusammen 30,28 %. Einen Anteil in exakt dieser Höhe hält auch Daimler-Chrysler. Im Zuge der anstehenden Konsolidierung war immer wieder eine Fusion des französischen Rüstungskonzerns Thales mit EADS im Gespräch. EADS dementierte dies jedoch Ende November. Für den Fall eines Zusammenschlusses von Thales und EADS wäre das Gleichgewicht zwischen den französischen und deutschen Beteiligungen allerdings empfindlich gestört worden. Die beiden Länder hatten jedoch stets betont, an dem Gleichgewicht festhalten zu wollen.

Seit längerem wird darüber spekuliert, ob eine Konsolidierung der Rüstungsindustrie in Deutschland beziehungsweise Europa unter dem Dach der EADS stattfinden könnte. EADS selbst zeigte sich bislang allerdings eher zurückhaltend. „Wir wollen weder Panzer noch Schiffe bauen“, hatte der 2005 scheidende Konzern-Co-Chef Rainer Hertrich erst kürzlich in einem Interview gesagt. EADS werde aber bei der gerade beginnenden Konsolidierung der Heeres- und Marineindustrie ihre Interessen zu wahren haben. Erst vor kurzem hatten sich die Werften HDW, Blohm + Voss sowie Nordseewerke zusammengeschlossen. Dieser nationale Verbund könnte als Kern für eine europäische Werften-Integration dienen. In der Vergangenheit war mehrfach spekuliert worden, die EADS könnte sich an dem Werftenverbund beteiligen und habe hierfür eine Offerte abgegeben, was der Konzern dementierte.

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