A400M
Militärtransporter verschlingt angeblich noch mehr Milliarden

Neueste Horrorzahl im Zusammenhang mit dem Airbus A400M: Der Militärtransporter von EADS, dessen Produktion bereits erhebliche Verspätung hat, soll nach einem Medienbericht wesentlich teurer werden. Ingesamt 7,4 Milliarden Euro müssten die Regierungen, darunter Deutschland, demnach mehr bezahlen - das wären fast 40 Prozent mehr als bisher veranschlagt.
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rüd/HB PARIS. Das Militär-Transportflugzeug A400M von Airbus wird die Abnehmerstaaten einem Zeitungsbericht zufolge zusätzlich 7,4 Mrd. Euro kosten. Wie die französische Tageszeitung "Les Echos" in ihrer Online-Ausgabe berichtete, würde das Projekt damit um 40 Prozent teurer werden. Dies habe eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfung Pricewaterhouse Coopers ergeben.

Ursprünglich war ein Festpreis von 20 Mrd. Euro vereinbart worden. Ende November hatte es bereits Medienberichte gegeben, wonach das Prestigeprojekt bereits um 5,5 Mrd. Euro teurer werden könnte.

Airbus Military und der Mutterkonzern EADS wollten die neueste Zahl nicht kommentieren. EADS-Sprecher Alexander Reinhardt sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg lediglich, die tatsächlichen Kosten für die Maschine stünden angesichts der Verhandlungen mit den Regierungen noch nicht fest.

Immer neue Lieferverzögerungen und Kostensteigerungen haben das Milliardenprojekt bereits heftig ins Schlingern gebracht. Deutschland und Frankreich hatten Airbus erst kürzlich zu einem finanziellen Entgegenkommen aufgefordert. Die beiden Länder und weitere europäische Nationen haben insgesamt 180 Transportflugzeuge bestellt. Am Mittwoch soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei Gesprächen in Berlin nach einer Einigung gesucht werden.

Die Bestellländer hatten Airbus Military im Jahr 2003 mit dem Bau des A400M beauftragt. Er soll Truppen und Material in Krisengebiete transportieren und eine Alternative zu Boeings C-17 darstellen. Die Bundeswehr braucht außerdem dringend Ersatz für die veraltete Transall-Maschine.

Doch die Auslieferung des Prestigeflugzeugs von EADS hatte sich immer wieder verzögert, noch immer steht etwa der Jungfernflug aus, der ursprünglich für Herbst 2008 geplant war. Kürzlich gab es im spanischen Sevilla erste Rollversuche des A400M, Bis Mitte Dezember soll die Maschine nach neuesten Planungen dann erstmals abheben.

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