Aachener Maschinenbauer: Aixtron streicht die Dividende

Aachener Maschinenbauer
Aixtron streicht die Dividende

Für den Maschinenbauer Aixtron ist es im vergangenen Jahr schlechter gelaufen als erwartet. Nach einem dreistelligen Millionenverlust streicht der Aachener Konzern die Dividende. Besserung ist nicht in Sicht.
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DüsseldorfDie Nachfrage nach Chipanlagen von Aixtron ist im Keller und Besserung erst einmal nicht in Sicht. Nach hohen Verlusten im Vorjahr und einem Einbruch der Auftragseingänge um mehr als 70 Prozent machte der scheidende Firmenchef Paul Hyland am Donnerstag den Anlegern wenig Hoffnung auf eine rasche Trendwende. Es gebe zwar Anzeichen, dass die Talsohle erreicht sei. Wie US-Konkurrent Veeco könne er aber keinen Zeitpunkt für eine Erholung der Nachfrage nach LED-Produktionsanlagen ausmachen. Hyland wagte daher für 2013 keine Prognose.

Während die Equinet-Experten den Anlegern zum Verkauf raten, bleibt Analyst Walter Schneider von der LBBW bei seiner Empfehlung, die Papiere zu halten. Die kurzfristigen Aussichten seien zwar düster. "Dennoch glauben wir, dass die für Aixtron wichtige LED-Penetration in der Allgemeinbeleuchtung sich mit hoher Geschwindigkeit fortsetzen wird und das Unternehmen mittelfristig profitieren kann." Davon schienen auch die Anleger überzeugt: Die Aktie notierte mit 9,47 Euro knapp zwei Prozent im Plus.

Aixtron produziert Anlagen zur Herstellung von Leuchtdioden (LED), die in der Unterhaltungselektronik, Automobilindustrie und bei industrieller Beleuchtung zum Einsatz kommen. Nach dem Aus der Glühbirne erobern sie inzwischen aber auch die Wohnzimmer.

2012 verbuchte Aixtron bei einem Umsatzeinbruch um 63 Prozent auf 227,8 Millionen Euro operativ (Ebit) ein Minus von 132,3 Millionen Euro. Vor Jahresfrist stand noch ein Gewinn von 113 Millionen Euro in den Büchern. Netto fiel ein Verlust von 145,4 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 79,5 Millionen Euro. Der Auftragseingang sackte um 74 Prozent auf 131,4 Millionen Euro ab, der gesamte Anlagen-Auftragsbestand um 44 Prozent auf 79,4 Millionen Euro. Die mauen Geschäfte bekommen auch die Aktionäre zu spüren: Sie müssen für 2012 auf eine Dividende verzichten, nachdem sie im Jahr zuvor noch 25 Cent je Aktie erhalten hatten.

Neben den wirtschaftlichen Turbulenzen sorgen bei Aixtron aber auch Personalabgänge für Unruhe: Nach dem überraschenden Abgang zweier langgedienter Aufsichtsratsmitglieder verlässt nun auch Konzernchef Hyland den Chipanlagenbauer nach über zehn Jahren im Amt. Sein Nachfolger wird ab März der ehemalige Osram-Manager Martin Goetzeler. Zuvor hatten Ende Januar überraschend zwei langjährige Aufsichtsratsmitglieder ihren sofortigen Abschied erklärt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Satz "Aixtron produziert Anlagen zur Herstellung von Leuchtdioden (LED), (...)." Stimmt so nicht. Aixtron stellt Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern (genauer gesagt Depositionsanlagen) her. Damit werden in der Halbleiterindustrie sehr dünne Schichten abgeschieden. Einsatzgebiete sind die Optoelektronik allgemein, Hochfrequenztechnik und Leistungselektronik.

    Den Markt der LED-Beleuchtung würde ich auch nicht mit dem der Photovoltaik vergleichen, er ist viel weniger von Subventionen abhängig.

    Die LED-Hersteller sollen zur Zeit übrigens gut ausgelastet sein.

    Den Kurssprung kann ich wie andere Entwicklungen dieser Woche auch nicht verstehen, die meisten der Akteure an den Börsen scheinen den Verstand an der Garderobe abgegeben zu haben.

  • Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Was, wenn die LED Industrie wie Flat Panel Display und Solar zum billigen Jakob verkommt? Wird aus Aixtron dann ein zweites Centrotherm? Im Moment ist das ganz und gar nicht abwegig.

    Die breite Masse der Börsianer haben nicht einen Funken Verstand, was hinter den Unternehmen bzw. Märkten steckt.

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