Ab Donnerstag werden die Papiere wieder gehandelt
Parmalat feiert sein Börsen-Comeback

Fast zwei Jahre nach seiner spektakulären Pleite kehrt Italiens insolventer Nahrungsmittelkonzern Parmalat an diesem Donnerstag an die Mailänder Börse zurück. Die italienische Regierung freut das gar nicht.

dpa-afx/apa ROM. Gelistet werden 1,6 Mrd. Aktien mit einem Nennwert von jeweils einem Euro, teilte Parmalats Insolvenzverwalter Enrico Bondi am Montag mit. Die Aktien werden im Blue Chip-Segment notiert.

Parmalat hatte am Wochenende die letzte Hürde für eine Rückkehr an die Börse bewältigt. Die Gläubiger des im Dezember 2003 zusammengebrochenen Milchkonzerns einigten sich auf die Bedingungen für die Umwandlung der 20 Mrd. Euro Schulden in neue Aktien. In Parma teilten die Richter Giuseppe Coscioni und Pasquale Liccardo mit, der Tausch sei von 71 Prozent der Parmalat-Gläubiger gebilligt worden.

Die italienischen Gläubigerbanken, unter anderem auch Unicredit, werden insgesamt rund 17 Prozent des Kapitals kontrollieren und die ausländischen Gläubigerbanken rund zwölf Prozent. Im Zuge des Börsengangs will Parmalat eine Kapitalerhöhung von zwei Mrd. Euro über die Bühne bringen.

Die Gewerkschaften begrüßten die Sanierungsaktion. "Bondi hat eine sehr gute Arbeit geleistet", kommentierte ein Gewerkschaftssprecher in Parma. Italiens Landwirtschaftsminister Giovanni Alemanno versicherte, dass die Regierung streng kontrollieren werde, dass Parmalat weiterhin ein italienisches Unternehmen bleiben werde.

"Parmalats Börsengang bedeutet Gefahr, dass das Unternehmen von ausländischen Multinationalen gekauft werden sollte. Wir müssen acht geben, weil Parmalat ein Erbgut dieses Landes ist", betonte der Minister. Indiskretionen zufolge ist der italienische Milchkonzern Granarolo an der Übernahme von Parmalat interessiert. Granarolo hat ein Bündnis mit fünf norditalienischen Milchproduzenten aufgebaut, mit dem Ziel, den schwer verschuldeten Nahrungsmittelkonzern Parmalat zu übernehmen, berichteten italienische Medien.

Parmalat war 2003 unter einem Schuldenberg von über 14 Mrd. Euro zusammengebrochen und steht heute unter Kontrolle von Insolvenz-Verwalter Enrico Bondi. Der Top Manager könnte Indiskretionen zufolge Parmalat bald verlassen, um sich der Sanierung der Krisen geschüttelten Fluggesellschaft Alitalia zu widmen.

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