ABB
Elektrokonzern stoppt Auftragsschwäche

ABB-Chef Spiesshofer macht für den Konzern einen Aufwärtstrend aus. Die Dividende klettert zum siebten Mal in Folge. Hoffnungen setzt Spiesshofer auf die USA, wo die Regierung eine Infrastrukturoffensive angekündigt hat.
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MünchenDer Elektrokonzern ABB hält die Zeit wegbrechender Kundenaufträge für überwunden. Erstmals seit zwei Jahren verzeichneten die Schweizer einen leichten Zuwachs in den Auftragsbüchern auf Quartalsebene. Vorstandschef Ulrich Spiesshofer macht daher eine Entwicklung zum Besseren aus. „Es ist unser Anspruch, den Auftragstrend zu verstetigen“, sagte er am Mittwoch. Die langfristigen Wachstumschancen seines Hauses seien intakt, auch wenn im laufenden Jahr die Aussicht für die Weltkonjunktur noch ungewiss sei. Hoffnungen setzt Spiesshofer auf die USA. Dort hätten die Aufträge zuletzt neben China und Deutschland besonders stark angezogen. „ABB ist optimal aufgestellt, um von der Dynamik zu profitieren.“

Die Gesamtjahresbilanz der Eidgenossen blieb noch von der anhaltenden Schwächephase gezeichnet. Im Jahr 2016 verbuchte ABB auf vergleichbarer Basis mit 33,5 Milliarden Dollar fünf Prozent weniger Auftragsvolumen als im Jahr davor. Der Umsatz stagnierte bei 33,8 Milliarden Dollar. Dank Spiesshofers hartem Sparkurs legte der Gewinn leicht auf knapp zwei Milliarden Dollar zu. Die Aktionäre sollen daher 76 Rappen je Aktie Dividende bekommen, zwei Rappen mehr als zuletzt.

Investoren hatten jüngst immer wieder die Wachstumsschwäche bei ABB bemängelt. Rivalen wie Siemens oder GE hatten sich in besserer Verfassung gezeigt. So verzeichnete Siemens zuletzt hohe Zuwachsraten und will diese auch 2017 erreichen. Mit der operativen Rendite hat Siemens-Chef Joe Kaeser zu den Schweizern aufgeschlossen. Für ABB soll 2017 indes ein Übergangsjahr werden. Ein neues Sparprogramm werde es nicht geben, sagte Spiesshofer. Allerdings halte sein Haus Ausschau nach weiteren Partnerschaften und Zukäufen.

Das Weihnachtsquartal nahm Spiesshofer als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. „Dank der starken Performance der Division Stromnetze sind wir im vierten Quartal trotz des schwierigen Marktumfelds gewachsen“, erklärte der Deutsche in Diensten von ABB. Er hatte die Sparte trotz Abspaltungsforderungen von Aktionären bei ABB belassen. Großaufträge im Geschäft mit riesigen Stromtrassen halfen, die Schwäche in der Prozessindustrie auszugleichen. Auch in der Fabrikautomatisierung lief es zuletzt wieder besser.

An der Börse überwog allerdings die Skepsis, nachdem die Rendite zuletzt wegen des Ausfalls eines Vertriebspartners in der Türkei und Währungsproblemen in Ägypten geringer ausgefallen war als von den Analysten erwartet. Die ABB-Aktie sackte rund zwei Prozent ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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