ABB verkauft Kabelgeschäft: Muss der Konzern Filetstücke verkaufen?

ABB verkauft Kabelgeschäft
Investoren treiben Siemens-Rivalen vor sich her

Muss der Konzern Filetstücke verkaufen?

„Die Überprüfung dieses Teils des Unternehmens ist nur eines der Dinge, die das Unternehmen machen kann, um das Geschäft zu straffen“, sagte Samra. „Wir sehen das als ersten Schritt, um ein viel fokussierteres Unternehmen zu schaffen.“ Schließlich äußerte vergangene Woche mit Nordea Asset Management der dritte ABB-Investor Zweifel, ob die Netzwerktechniksparte Teil des Schweizer Unternehmens bleiben sollte. „Während sich die Profitabilität zuletzt verbessert hat, ist es immer noch nicht offensichtlich, dass alle Einheiten unter demselben Dach bleiben sollten“, sagte Nordea-Fondsmanager John Hernander zu Reuters.

Artisan ist neben ABB auch an weiteren Schweizer Konzernen beteiligt, darunter an der Großbank UBS und dem Personalvermittler Adecco. Auch Cevian ist hier jeweils mit an Bord. Grundsätzlich investiere Artisan in Unternehmen mit starken Bilanzen und gutem Cash-Flow, aber unterbewerteten Aktien, erklären Experten. Ein Beispiel dafür sei auch die UBS, sagte Samra gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg im Februar. „Artisan folgt dem Ansatz, das zu kaufen, was andere loswerden wollen.“

Besonders Artisan weiß sich in Szene zu setzen. Als bei Adecco Alain Delhaze als neuer Vorstandschef vorgestellt worden war, sei der Investor „absolut schockiert“ darüber gewesen, dass nicht der damalige Finanzchef zum neuen CEO befördert worden war. Mehrere Drohungen konnten jedoch nichts ausrichten. Auch beim US-Konzern Johnson & Johnson probte Artisan im Januar den Aufstand, scheiterte jedoch am Ende an seiner eigenen unbedeutenden Größe.

ABB prüft selbst bereits seit Monaten, ob der Konzern einzelne Filetstücke verkaufen soll. Es wäre jedoch übertrieben zu sagen, dass der Konzern seine umsatzträchtige Sparte „loswerden“ will. Der Schweizer Konzern ist in dem zukunftsträchtigen Geschäft Weltmarktführer. Insbesondere bei der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) hängen die Eidgenossen die Konkurrenz von Siemens und Alstom ab. Allein das nun verkaufte ABB-Kabel-Systemgeschäft erwirtschaftete 2015 einen bereinigten Umsatz von 524 Millionen US-Dollar und beschäftigt rund 900 Mitarbeiter.

Die gesamte ABB-Sparte, zu der die Kabelsparte gehört, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 6,3 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn (Ebita) von 274 Millionen Dollar. Neben der Kabelfertigung gehören zum Beispiel auch die Entwicklung von Firmensoftware oder Halbleiterprodukten dazu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%